Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Samstag, 14. Oktober 2017

[Rezension] Harry Bingham - Fiona - Als ich tot war

Kurzbeschreibung:
"Sie ist wirklich eine Spitzenpolizistin. Die Ausbildung zur Undercover-Agentin hat sie als Beste absolviert. Natürlich. Doch keiner weiß, warum sie so mühelos in andere Rollen schlüpfen kann. Keiner weiß, womit ihr Vater sein Geld verdient. Keiner weiß, was für ein Mensch Fiona Griffith ist."

Fazit:
Fiona und ich haben uns schwer getan.

Das lag zum einen an Fiona als Person: Sie ist beileibe kein einfacher Charakter und das nicht nur für ihr Umfeld, sondern auch für den Leser. So richtig weiß Fiona nämlich gar nicht, wer sie ist, nur, dass sie nicht so ist wie andere. Deshalb bekommt sie im Laufe der Handlung auch Probleme sich selbst von ihrer Undercover-Identität abzugrenzen bzw. fühlt sich im Leben der Fiona Grey am Ende wohler, als in ihrem eigenen.

Fionas Problem rühren vom Cotard-Syndrom her, einer sehr seltenen aber dennoch real existierenden Krankheit, bei der sich der Patient im Extremfall selbst für tot hält. Auch Fiona hat in ihrer Vergangenheit eine Zeit in der Psychiatrie verbracht. Sie weiß - meistens zumindest - dass sie lebt, aber was sie wie, wo und warum fühlt und warum Menschen so agieren, wie sie es tun - das ist oft genug ein Rätsel für sie. Dass macht ihren sowieso eigenwilligen Charakter auch mitunter so anstrengend, dass man das Buch zwischendurch beiseite legen muss.

Das andere, weshalb ich mit "Fiona - Als ich tot war" so meine Schwierigkeiten hatte, war die Handlung. Im Grunde geht es um einen Fall, der ungeahnte Dimensionen annimmt und so das ganz Buch einnimmt. Das ist nicht schlimm. Aber streckenweise wird die Handlung dann sehr langatmig. An anderen Stellen wiederum ist es mitreißend und spannend. Möglicherweise hätte eine Straffung der Ermittlungen oder etwas weniger Detailverliebtheit die Langatmigkeit nehmen können.

Dennoch kann ich nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hätte: Fiona ist schon etwas Besonderes und auch die anderen Charaktere und die Handlung sind gar nicht übel, aber an der Langatmigkeit, die zwischendurch aufkommt, hätte man etwas ändern sollen.

Harry Bingham
"Fiona - Als ich tot war"
ISBN: 978-3-8052-0016-5
erschienen im Wunderlich Verlag

[Rezension] Kristen Proby - Eine Prise Liebe

Kurzbeschreibung:
"Das Restaurant Seduction ist Camis Ein und Alles. Gemeinsam mit ihren vier Freundinnen hat sie es zu einem Hotspot gemacht. Ihre ganze Leidenschaft steckt sie ins Seduction - bis ihre erste große Liebe nach Portland zurückkehrt. Seit Cami denken kann, ist sie in Landon verliebt. Als er nach seinem Highschool-Abschluss als Navy-Pilot ins Ausland ging, blieb sie mit gebrochenem Herzen zurück. Nun ist sie fest entschlossen, ihm auf keinen Fall ein zweites Mal zu verfallen. Doch Landon mit seinen starken Armen und seinem sanften Blick macht es ihr schwer, ihm zu widerstehen."

Fazit:
"Eine Prise Liebe" ist der zweite Band der Reihe um die fünf Inhaberinnen des Seduction. Nachdem in "Für Happy Ends gibt's kein Rezept" Addie ihren Traummann gefunden hat, war am Ende des Buches schon klar, dass es im zweiten Band um Cami und Landon gehen würde.

Der erste Band hat mich sehr mitgerissen, was vor allem an Addies humorvollen Charakter lag. Leider geht der Cami etwas ab, wirkt sie doch ein wenig blass nach ihrer Wirbelwind-Freundin. Prinzipiell dreht sich der Großteil des Buches nur um Camis Angst, dass Landon Portland vielleicht irgendwann wieder verlassen will, was mir auf lange Sicht ein wenig dünn ist.

Nichts desto trotz ist der Lesefluss gut und die Handlung unterhaltsam und amüsant. Ein typischer Liebesroman, aber leider ohne das Besondere, dass ihn hervorstechen lässt.

Allerdings erfährt man auch am Ende von "Eine Prise Liebe", welche der Freundinnen als nächstes auf den Mann ihrer Träume treffen wird und das verheißt dann wieder eine ganz andere Unterhaltung aufgrund des einzigartigen Charakters der Protagonistin.

Insgesamt ist "Eine Prise Liebe" ganz nett für zwischendurch, aber mehr leider nicht.

Kristen Proby
"Eine Prise Liebe"
ISBN: 978-3-95649-714-8
erschienen bei mtb

Freitag, 13. Oktober 2017

[Rezension] Karen Sander - Bald stirbst auch du

Kurzbeschreibung:
"An der Universität Liverpool gibt Profilerin Liz Montario einen Workshop für die besten Nachwuchsermittler Europas: Es geht um Cold Cases. Zoe Fischer, die Liz aus ihrer Zeit bei der Mordkommission Düsseldorf kennt, präsentiert zwei ungelöste Fälle, die in das Tatmuster eines berüchtigten Serienmörders passen könnten: Jeremy Dunn machte Furore mit Kunstwerken, gemalt mit seinem eigenen Blut. Angeblich. Tatsächlich ließ Dunn junge Frauen bei lebendigem Leib ausbluten.
Liz hat Zweifel an Zoes Theorie, denn "der Schächter" sitzt seit Jahren im Gefängnis. Beide wissen nicht, dass der Mörder längst wieder zugeschlagen hat, und zwar ausgerechnet in Düsseldorf. Und Kriminalhauptkommissar Georg Stadler ahnt nicht, wie gefährlich der Mann ist, den er jagt."

Fazit:
"Bald stirbst auch du" ist der vierte Fall der Reihe um Liz Montario und Georg Stadler. Den Auftakt von Karen Sanders Reihe "Schwesterlein, komm stirb mit mir" hatte ich gelesen, die beiden nachfolgenden Bände sind aber irgendwie an mir vorbei gegangen.

Aufgrund dessen hatte ich anfangs leichte Orientierungsschwierigkeiten, da sich Liz mittlerweile in England befindet, dort auch einen Freund und ein Haus hat. Da ich sie in Düsseldorf verlassen hatte, benötigte ich einen Moment, danach war es aber kein Problem mehr. Entsprechend lässt sich "Bald stirbst auch du" auch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, schöner ist es wegen der privaten Entwicklungen natürlich, die Protagonisten von Beginn an zu begleiten.

Der Lesefluss ist durchweg sehr gut, was an der Kombination aus kurzen Kapiteln, regelmäßigen Perspektivenwechseln und einem gut durchdachten Puzzlespiel liegt. Denn je weiter die Ermittlungen voranschreiten und je mehr man erfährt, desto weniger paßt alles zusammen. Die Spannung kommt nicht zu kurz, auch wenn es sich hier weniger um den Schreck handelt, der einem das Herz stillstehen lässt, sondern mehr um den Schauer, der immer wieder den Rücken hinabläuft, bei der Vorstellung, was geschehen ist, wird oder könnte.

Schade fand ich nur, dass ich relativ früh einen konkreten Verdacht hatte, der sich dann leider auch bestätigt hat, werde ich doch lieber von der Identität des Mörders überrascht.

Insgesamt ist "Bald stirbst auch du" ein unterhaltsamer, spannender und den Kopf beschäftigender Thriller mit guten Protagonisten und viel Kopfkino. Ich persönlich werde meine Wissenslücken schließen und das Lesen des zweiten und dritten Bandes nachholen.

Karen Sander
"Bald stirbst auch du"
ISBN: 978-3-499-27255-4
erschienen bei Rowohlt

[Rezension] E. M. Tippett - In guten wie in schlechten Zeiten

Kurzbeschreibung:
"Chloe hat alles: Sie führt eine glückliche Ehe mit Hollywood-Superstar Jason Vanderholt, ihr erstes gemeinsames Kind ist unterwegs und bald steht die Hochzeit ihrer besten Freundin Lori an, bei der sie die Trauzeugin sein wird. Die Belastungen der vergangenen Jahre liegen hinter ihr ... beinahe.

Denn Chris Winters, Chloes Halbbruder, der immer noch auf freiem Fuß ist, obwohl er der Hauptverdächtige in einem Doppelmord ist. Die Polizei hat nicht genug Beweise, um ihn zu überführen, aber Chloe ist sich sicher, dass er es war. Schließlich hat er auch versucht, sie umzubringen, als sie noch ein Kind war. Als Chris anfängt, Lori zu verfolgen, ist Chloe außer sich und setzt alles daran, ihn ein für alle Mal hinter Gitter zu bringen. Sie hat das beste Sicherheitsteam, das man für Geld bekommen kann und trotzdem hat sie das Gefühl, dass ihnen etwas entgeht - und Fehler können in diesem Geschäft tödlich sein. Doch je gründlicher sie nachforscht, desto weniger passen die Puzzleteile zusammen.

Chloe bleiben nur wenige Wochen, um herauszubekommen, wie sie ihre beste Freundin schützen, die Hochzeit vor einer Katastrophe bewahren und Chris zurück ins Gefängnis schicken kann. Sie muss das Rätsel unbedingt lösen, bevor er erneut zuschlägt."

Fazit:
"In guten wie in schlechten Zeiten" ist bereits der fünfte Teil der "Nicht mein Märchen" - Reihe von E. M. Tippett, dennoch wird es nie langweilig. Das liegt vor allem an der Vielfältigkeit der Autorin: Ginge es immer nur um Chloe und Jason, wäre es irgendwann langweilig. So haben wir natürlich im ersten Band verfolgt, wie sie sich kennenlernen, haben im späteren Verlauf Zeit im Filmbusiness verbracht, oder auch Chloe bei ihrem Job in der Spurensicherung begleitet. Diesmal dreht sich alles wieder um den eher privaten Bereich, denn Lori will heiraten. Eigentlich kein Problem, wenn man nicht gerade Chloe zur besten Freundin hat und dadurch zur Zielscheibe wird...

Der Lesefluss ist sehr gut, der gewohnt humorige Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass keine Langatmigkeit aufkommt. Die Verwicklungen, in die Choe immer wieder stolpert, sind diesmal nicht nur unterhaltsam und amüsant, sondern teilweise brisant und gefährlich, sodass man praktisch durch das Buch fliegt - denn auch der Leser möchte des Rätsels Lösung erfahren!

"In guten wie in schlechten Zeiten" zeigt einmal mehr, dass E. M. Tippett mit Chloe eine Protagonistin geschaffen hat, die immer neue Überraschungen bereit hält und allein durch ihre Existenz immer wieder in verfahrene Situationen gerät.

E. M. Tippett
"In guten wie in schlechten Zeiten"

[Rezension] Nacho Figueras - Die Wellington Saga - Verlangen

Kurzbeschreibung:
"Antonia, die umwerfend schöne und uneheliche Tochter des berühmten Carlos Del Campo, war schon immer die Außenseiterin der Familie. Auch ihr großes Talent im Umgang mit Pferden half ihr bislang nicht, den Respekt des Del-Campo-Clans zu erlangen. Nur bei Enzo findet sie Geborgenheit, ausgerechnet bei einem Mann, der nicht in die glamouröse Welt der Del Campos zu passen scheint. Doch gerade, als die beiden dazu bereit sind, sich aufeinander einzulassen, bedroht Antonias Vergangenheit ihr neugewonnenes Glück..."

Fazit:
"Verlangen" ist der dritte Teil der "Wellington Saga" und somit der Abschluß der Trilogie. Standen in den ersten beiden Büchern die Del Campo - Söhne im Vordergrund, lernen wir nun Antonia, oder Noni, wie sie genant wird, besser kennen.

Auch hier ist der Klappentext etwas ungenau, vermittelt er doch, dass sie von der gesamten Familie abgelehnt wird. Dies ist nicht der Fall, ihre Brüder stehen zu ihr und akzeptieren sie als vollwertige Schwester. Schwer tut sich allerdings Pilar Del Campo, was nicht weiter verwunderlich ist, steht ihr mit Noni doch jedes Mal der Ehebruch ihres Mannes vor Augen.

Durch diese Verflechtung kommt Pilar in diesem Buch wieder eine größere Bedeutung zu, was ich im zweiten Band vermisst habe, ist sie doch ein sehr interessanter Charakter.

Natürlich hat Nacho Figueras das Rad nicht neu erfunden: Der Stil des Buches folgt den ersten beiden Bänden und bereits nach wenigen Seiten weiß man, dass Noni und Enzo am Ende glücklich sein werden. Aber genau das ist es ja, was einen Liebesroman so schön macht: Man weiß von vornherein, dass es gut ausgehen wird und dieses Wissen trägt einen durch die Winkelzüge des Plots.

Der Lesefluss ist durchweg gut und zum Ende hin wird es sogar richtig spannend. Da Noni in einer vollkommen anderen Umgebung aufgewachsen ist und ihre Vergangenheit Stück für Stück zum Thema wird, wiederholt sich auch nicht dieselbe Geschichte wie in den Vorgängerbänden.

Mit "Die Wellington Saga - Verlangen" hat Nacho Figueras seine Trilogie zu einem würdigen Abschluß gebracht: unterhaltsame Liebeslektüre mit sympathischen, wenn auch mitunter schwierigen Charakteren und gerade genug Kitsch, um sich wohlig zurückzulehnen und hineinfallen zu lassen, aber nicht so viel, dass es unangenehm wird.

Nacho Figueras
"Die Wellington Saga - Verlangen"
ISBN: 978-3-7341-0374-2
erschienen bei Blanvalet

Dienstag, 3. Oktober 2017

[Rezension] Cara Lindon - Herbstfunkeln

Kurzbeschreibung:
"Mann weg, Job weg, Wohnung weg - kurz vor ihrem 30. Geburtstag hat Alys alles verloren. Zutiefst unglücklich kehrt sie zurück ins romantische Cornwall, ins Haus ihrer Großmutter. Mit Schokolade, Büchern und ihren besten Freundinnen versucht sie sich zu trösten, aber das Leben erscheint ihr leer.
Um nicht mehr so allein zu sein, adoptiert sie Mr. Cat, einen missmutigen Kater aus dem Tierheim. Gerade hat Als sich mit ihrem Dasein als einsame Katzenfrau abgefunden, da treten gleich zwei Männer in ihr Leben.
Der sympathische Jory, der mit Alys lachen kann, und der erfolgreiche Daveth mit den stahlgrauen Augen, der sie verwöhnt. Nun muss Alys sich entscheiden: Kann sie ihrem Herz vertrauen oder steht ihre Vergangenheit ihrem Glück im Weg?"

Fazit:
"Herbstfunkeln" ist der erste Teil der "Cornwall Seasons" von Cara Lindon, die sich um das Kleeblatt Alys, Bree und Chesten drehen. In "Herbstfunkeln" steht Alys im Vordergrund: Konnte sie es nach dem Schulabschluss kaum erwarten, das ländliche Cornwall gegen die Metropole London einzutauschen, flüchtet sie sich nach diversen Schicksalschlägen nun zurück in das Cottage ihrer verstorbenen Großmutter.

Cornwall als Handlungsort liebe ich bereits, seit ich vor Jahrzehnten die Rosamunde Pilcher - Bücher meiner Mutter gelesen habe. Natürlich gehört immer eine Liebesgeschichte in diese Umgebung, allerdings würde ich "Herbstfunkeln" nicht auf diese reduzieren wollen. Denn natürlich hofft Alys, doch noch den Mann ihres Lebens zu finden, aber im Verlauf der Handlung geht es auch darum, wie Alys generell ihr Leben weiterführen will. Dies hat die Autorin sehr realistisch und feinfühlig umgesetzt.

Cara Lindon ist das Pseudonym einer Schriftstellerin, die bereits einige erfolgreiche Bücher geschrieben hat. Und wer sie kennt, weiß, dass es in keiner ihrer Geschichten an einem einflussnehmenden Kater fehlen darf! Mr. Cat würde es ich auch keineswegs verbieten lassen, seinen Einfluss geltend zu machen, dürfte doch "Grumpy Cat" für ihn Pate gestanden haben - wunderbar, wie Cara Lindon ihn real erscheinen lässt und niemand sollte an der Menschenkenntnis eines Katers zweifeln!

Der Lesefluss ist sehr gut, die drei Freundinnen so unterschiedlich, dass sie wahrscheinlich genau deshalb so gut miteinander harmonieren und jede auf ihre Art einfach zum ins-Herz-schließen. Neben Alys' Geschichte bekommt man auch immer ein wenig vom Leben ihrer Freundinnen Bree und Chesten mit, sodass ich schon jetzt sehr gespannt auf die Fortsetzung der "Cornwall Seasons" bin.

"Herbstfunkeln" ist ein Roman, der unterhält, aber auch ans Herz geht, der schmunzeln, aber auch seufzen lässt und all das in der perfekten Kulisse von Cornwall.

Cara Lindon
"Herbstfunkeln"
nähere Informationen zur Autorin und den "Cornwall Seasons" findet ihr hier

[Rezension] Antonia Hodgson - Das Sündenhaus

Kurzbeschreibung:
"Frühjahr 1728. Auf eine "Bitte" von Englands Queen Caroline reist Tom Hawkins, mit allen Wasser gewaschener Gentleman, zum Anwesen von John Aislabie in Yorkshire. Die ländliche Idylle entpuppt sich schnell als Hexenkessel: Aislabie, der ehemalige Schatzkanzler, erpresst die Königin und erhält seinerseits zunehmend blutigere Drohbriefe... Ehe Tom es sich versieht, gerät er zwischen alle Fronten und mitten hinein in einen mörderischen Racheplan."

Fazit:
Mir waren bislang sowohl die Autorin, als auch das Buch unbekannt. Aber der Klappentext sprach mich an, klang er doch noch der Mischung meiner beiden Lieblingsgenres.

Historisch ist das Buch auch in jedem Fall, spielt die Handlung doch im 18. Jahrhundert in England und ist sowohl in Sprache als auch in historischem Kontext der Zeit angepaßt. Antonia Hodgson hat hier eine wunderbare Mischung aus historischen Personen und Fiktion geschaffen, die durchaus interessant ist. Im Anhang lässt sich auch für weniger geschichtsbewanderte Leser nachlesen, was nun wahr und was erdacht war.

Nun gut, "historischer Thriller" mag eine etwas irreführende Bezeichnung sein, aber da sich vielfach beim Thriller auf die persönliche Bedrohung der ermittelnden Person berufen wird, kann man nicht sagen, dass sie falsch wäre. Ich erwarte bei einem Thriller einiges mehr an Spannung, sonst müsste man auch Miss Marples und Hercule Poirots Abenteuer als "historische Thriller" bezeichnen.

Davon abgesehen, gelangt man bereits auf den ersten Seiten mitten hinein ins Geschehen. Unser Hauptprotagonist Tom Hawkins verfügt über ein gutes Maß an Galgenhumor - umso mehr, als er selbst bereits Bekanntschaft mit einem Galgen gemacht hat. Noch bevor wir dem Rätsel auch nur annähernd auf die Spur kommen, wird man bereits sehr neugierig auf die vorhergehenden Bücher. Denn auch, dass es sich bei "Das Sündenhaus" um den dritten Teil einer Reihe handelt, wusste ich vorab nicht. Allerdings lässt sich das Buch problemlos ohne Vorkenntnis lesen, hinterher allerdings wird man auch die anderen Bücher lesen wollen.

Denn der Lesefluss ist sehr gut, die Protagonisten sehr bildhaft gezeichnet, kaum eine menschliche Schwäche, die nicht irgendwo vertreten ist. Insgesamt hat man eine sehr interessante Mischung unterschiedlicher Typen, die sich dort auf dem Landsitz des ehemaligen Schatzkanzlers versammelt.
Die Handlung selbst ist sehr interessant und mitreißend, man rätselt mit Tom, wartet aber gleichzeitig auf immer neue Katastrophen. So oder so - von Langeweile kann keine Rede sein. Trotz des mit Tom einhergehenden humorvollen Blickwinkels, ist die Handlung bzw. sind die Hinter- und Beweggründe durchaus ernsthaft und keineswegs leicht abzutun.

"Das Sündenhaus" von Antonia Hodgson ist ein sehr unterhaltsamer Ausflug ins englische Landleben des 18. Jahrhunderts, dessen besonderer Reiz im Gegensatz von Toms Wesen und den ernsthaften Vorkommnissen liegt.
Auch die ersten beiden Bücher der Reihe "Das Teufelsloch" und "Der Galgenvogel" werde ich mit Sicherheit noch lesen.

Antonia Hodgson 
"Das Sündenhaus"
ISBN: 978-3-426-65440-8
erschienen bei Droemer Knaur

Montag, 25. September 2017

[Rezension] Britta Orlowski - Spätsommersprossen

Kurzbeschreibung:
"Wieso soll das Revival-Konzert in einem unbekannten Küstenort stattfinden? Zunächst lehnt Baylee ab, nur, um später die Meinung über ihre Teilnahme zu ändern. Für diese Schnapsidee zeichnet das Hippie-Blut in ihren Adern verantwortlich. Alles, was mit den Ted Brunner Singers zu tun hat, gehört eigentlich in ihre Vergangenheit. Auch der ehemalige Sänger Joel DeLuca, das optische Schmankerl ihrer Band, der Sahnetupfer auf der Torte. Kurz nach ihrer Ankunft in St. Elwine erfährt Baylee mehr. Joel befindet sich ganz in ihrer Nähe, und er ist der Reverend dieser Stadt. Sofort beschleunigt sich ihr Herzschlag. Doch viel schlimmer ist, sie soll zu ihm gehen und ihn umstimmen, denn er verweigert sich dem Konzert. Dabei wissen die ehemaligen Mitglieder der Hippie-Combo, was damals passiert ist. Damals, in einem anderen Leben, als alles irgendwie leicht schien, bis das Unglück geschah."

Fazit:
Mit "Spätsommersprossen" ist nun bereits der fünfte Band der Reihe um die Bewohner des kleinen Küstenstädtchens St. Elwine von Britta Orlowski erschienen.
Wie ihr wisst bin ich Fan der ersten Stunde, entsprechend gefreut habe ich mich über das Erscheinen.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: einmal von Baylee, die trotz ihrer locker leichten Art eine Menge Gepäck mit sich trägt und einmal aus Sicht von Joel, der aus seiner Wut auf die Menschen seiner Vergangenheit und besonders auf Baylee keinen Hehl macht.

Die Charaktere sind, wie wir es von der Autorin gewohnt sind, sehr nachvollziehbar und menschlich angelegt. Man lernt die Protagonisten im Laufe des Buches so gut kennen, von so vielen unterschiedlichen Seiten, dass man tatsächlich das Gefühl bekommt, Zeit mit alten Bekannten zu verbringen. Natürlich tauchen auch viele bereits bekannte Charaktere auf, was ich immer sehr schön finde, da man so auch immer mitbekommt, wie deren Geschichten weitergehen.

All dies sorgt für einen sehr guten Lesefluss, denn Langeweile kommt bestimmt nicht auf.
Auch wenn ich alle "St. Elwine" - Bücher mag, ist dieses doch etwas Besonderes. Nicht, dass Britta Orlowski sonst oberflächlich schreibt, aber durch Joels und Baylees Geschichte hat "Spätsommersprossen" eine besondere Tiefe, die dem Leser sehr ans Herz geht.

Für mich ist "Spätsommersprossen" auf jeden Fall das bewegendste Buch der Reihe.

Britta Orlowski
"Spätsommersprossen"
ISBN: 978-9-963-53782-2
erschienen im Bookshouse Verlag

Donnerstag, 21. September 2017

[Rezension] Andreas Gruber - Todesreigen

Kurzbeschreibung:
"Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nehmen - Kommissarin beim BKA - misstrauisch. Sie bittet den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch einigen mächtigen Männern, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auszulöschen..."

Fazit:
"Todesreigen" ist der dritte Fall für Maarten S. Sneijder. Für mich allerdings war es die erste Begegnung mit dem skurrilen Ermittler und überhaupt das erste Buch von Andreas Gruber, das ich gelesen habe.

Um es direkt vorweg zu nehmen: Fängt man mit einem vierten Teil an, besteht die Gefahr, dass man hinterher drei Bücher mehr auf der Wunschliste hat. So jedenfalls erging es mir.

Das Buch startet direkt spannend mit einem Geisterfahrer auf der Autobahn, dem sich drei LKW-Fahrer entgegenstellen. Dann wird übergeleitet zu unserer eigentlichen weiblichen Hauptprotagonistin Sabine Nemez. Diese macht von anfang an einen sympathischen und intelligenten Eindruck, der sich im Verlauf der Handlung festigt.

Natürlich war ich neugierig auf den sagenumwobenen Maarten S. Sneijder und die Charakterisierungen seiner Kollegen in den ersten Kapiteln haben dies nur befeuert - dann war er da: mein erster Kontakt mit Herrn Sneijder. Ich bin ihm und seinem schwierigen, besserwisserischen, pedantischen, unsozialen Charakter von Anfang an verfallen!

Doch die Protagonisten sind nicht das einzige, was den Leser in "Todesreigen" beeindruckt: Die Handlung ist spannend und intelligent, unterschiedliche Perspektiven sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern auch dafür, dass der Leser weitreichend informiert ist, auch wenn sich oft hinterher herausstellt, dass er doch noch soviel weiß, wie er denkt.
Der Lesefluss ist sehr gut, durch die unterschiedlichen Handlungsstränge kommt keine Langeweile auf und die Spannung steigt im Verlauf noch weiter an, bis es für die Ermittler lebensgefährlich ist.

"Todesreigen" ist ein Thriller, der mich absolut überzeugt, mitgerissen und unterhalten hat. Ich werde die Bekanntschaft mit Maarten S. Sneijder auf jeden Fall vertiefen.

Andreas Gruber
"Todesreigen"
ISBN: 978-3-442-48313-6
erschienen bei Goldmann

[Rezension] Sarah Saxx - Harte Schale, weiches Herz

Kurzbeschreibung:
"Maya Hunter traut ihren Augen nicht, als vier Jahre nach einem unvergesslichen One-Night-Stand der gutaussehende Ryan Hawthorne wieder vor ihr steht. Denn eigentlich hatte sie gedacht, dass sie den Navy SEAL nie wiedersehen würde - schon gar nicht als Praktikant in ihrer Kindergartenklasse.
Doch Ryan ist nicht mehr der Mann von damals. Seine schroffe, abweisende Art verunsichert und verletzt Maya, auch wenn sich ihre Gefühle für ihn nicht ändern wollen. Werden Maya und Ryan zu dem Zauber jener Nacht zurückfinden, oder sind die Schatten, die Ryans Vergangenheit auf die Beziehung werfen, zu undurchdringlich?"

Fazit:
"Harte Schale, weiches Herz" ist nun schon der sechste Band der Greenwater Hill - Reihe von Sarah Saxx. Langsam aber sicher bevölkert sich das Städtchen Greenwater Hill mit unseren Protagonisten. Das erinnert mich immer ein wenig an die "Virgin River" - Reihe von Robyn Carr, wobei der Hintergrund der männlichen Protagonisten hier deutlich facettenreicher ist. Nicht alle sind ehemalige Soldaten, wobei dies im Fall von Ryan, unserem männlichen Hauptprotagonisten tatsächlich zutrifft.

Maya Hunter kennen Leser der Reihe bereits als dauerplappernde, aber dennoch sympathische Schwester vom Cop Dean Hunter. Dass sie nun an der Reihe ist, war nur gerecht, ging sie in den bisherigen Teilen doch immer leer aus.

Die beiden machen es sich nicht leicht, wie könnte es auch anders sein. Ein wenig schwer tat ich mich mit Ryan, also nicht mit ihm, aber mit seiner Berufsorientierung. Von der Handlung her ist es durchaus nachvollziehbar, aber irgendwie hätte ich ihn weiter gern als Navy SEAL gesehen und nicht als Kindergärtner...

Davon abgesehen befinden wir uns aber merklich in einem Sarah Saxx - Roman: gut charakterisierte Protagonisten, ein humorvolle, abwechslungsreiche Handlung, deren Ende viel zu früh kommt. Und ich habe eine leichte Ahnung, wer als nächstes in Greenwater Hill sein Gegenstück findet.

Sarah Saxx
"Harte Schale, weiches Herz"
nähere Information zur Reihe und zur Autorin findet ihr hier

Sonntag, 17. September 2017

[Rezension] John Grisham - Das Original

Kurzbeschreibung:
"In einer spektakulären Aktion werden die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald gestohlen. Eine Beute, deren Wert gar nicht zu beziffern ist. Das FBI nimmt schon nach kurzer Zeit die ersten Verdächtigen fest. Ein Täter aber bleibt wie vom Erdboden verschluckt, und mit ihm die Manuskripte. Doch endlich gibt es eine heiße Spur. Sie führt nach Florida in die Buchhandlung von Bruce Cable, der seine Hände allerdings in Unschuld wäscht. Und so heuert das Ermittlungsteam eine junge Autorin an, die sich in das Leben des Buchhändlers einschleichen soll..."

Kurzbeschreibung:
Ich habe früher viel von John Grisham gelesen. Seine Art zu erzählen, die plötzlichen Wendungen und der detaillierte Einblick in das amerikanische Gerichtswesen fand ich immer sehr interessant. Und auch Spannung tauchte immer wieder auf.

Nun habe ich schon einige Jahre nichts mehr von diesem Autoren gelesen und fand, "Das Original" sei eine gute Möglichkeit, einmal wieder in John Grishams Welt einzutauchen. Dass das Buch im Schriftsteller- und Buchhandlungsmilieu spielt, sah ich als zusätzlichen Bonus.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass der Klappentext auch hier wieder einmal sehr ungenau ist: Die junge Autorin, die angeheuert wird, wird dies nicht vom FBI, wie der Klappentext suggeriert, sondern von einem von der Versicherungsgesellschaft beauftragten Unternehmen.

Der Plot ist interessant und die Handlung kurzweilig. Die Charaktere sind ein Punkt, der dem Autor wieder einmal sehr gelungen ist: Wir haben es hier mit einigen sehr unterschiedlichen, sehr interessanten Personen zu tun, nachvollziehbar und plastisch.

Der Handlungsverlauf allerdings ist....egal, wie lange ich überlege, ich lande immer wieder bei "banal": Die Geschichte ist unterhaltsam, keine Frage, aber sie reißt mich nicht mit. Vergebens wartete ich auf die Wendungen, die unvorhersehbar für mich alles in ein anderes Licht tauchen würden - vergebens. Alles blieb sehr durchsichtig und auch der Schluss reichte nur für ein Schmunzeln. Da bin ich von John Grisham ein ganz anderes Kaliber gewöhnt.

"Das Original" ist eine nette Geschichte, aber wer will das schon?

John Grisham
"Das Original"
ISBN: 978-3-453-27153-1
erschienen bei Heyne

Samstag, 16. September 2017

[Rezension] Gregg Hurwitz - Projekt Orphan

Kurzbeschreibung:
"Evan Smoak ist der "Nowhere Man". Ein geflüsterter Name unter Kriminellen, den manche für einen Spuk halten. Er hilft denen, die keinen Ausweg mehr haben. Dies ist seine Art sich seine Menschlichkeit zu erhalten, nachdem er jahrelang unter dem Decknamen "Orphan X" im geheimen Auftrag der US-Regierung getötet hat. Während er einer Jugendlichen hilft, den Fängen eines Mädchenhändlerrings zu entkommen, wird er überwältigt und entführt. Jetzt muss Evan all sein Können aufbringen, um sich selber zu befreien, bevor es zu spät ist... Denn es gilt weiterhin sein 10. Gebot: Lasse niemals einen Unschuldigen sterben."

Fazit:
Nach "Orphan X" ist "Projekt Orphan" die Fortsetzung der Reihe um Evan Smoak. Man kann der Handlung problemlos folgen, auch wenn man "Orphan X" nicht gelesen hat. Um zu verstehen, warum Evan ist, wie und was er ist, sollte man aber mit dem ersten Teil beginnen.

"Projekt Orphan" beginnt praktisch dort, wo der erste Teil endet, mit seiner Arbeit als "Nowhere Man". Diese wird dann ungewollt durch seine Entführung unterbrochen, wonach es noch zu einigen Entwicklungen kommen wird, die man so nicht vorhergesehen hat.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Handlung spannend und mitreißend. Gregg Hurwitz versteht es, den Leser in Evans Welt zu versetzen, sodass man mit ihm zusammen so einiges auszustehen hat. Der Teil der Entführung war mir persönlich etwas zu sehr ausgereizt, das hätte man sicher auch ein wenig straffen können.

Davon abgesehen war es mir ein Vergnügen, Evan einmal mehr zu erleben. Für mich ist die Evan Smoak - Reihe von Gregg Hurwitz einmal mehr der Beweis, dass auch in der heutigen Zeit klassische Agententhriller eine Daseinsberechtigung haben.

Gregg Hurwitz
"Projekt Orphan"
erschienen bei Hapercollins

[Rezension] Petra Schier - Auf den Wellen des Glücks [ebook]

Kurzbeschreibung:
"Eine Pause von der Männerwelt, das hat Silvana sich vorgenommen. Zu viele Risse hat ihr Herz schon bekommen, wenn wieder einmal eine Liebe zerbrach. Seit zwei Jahren ist sie jetzt schon Single und zur Belohnung beschließt sie, eine Kreuzfahrt in die Karibik zu machen. Doch dann begegnet Silvana auf dem Schiff dem umwerfenden Marcos Costales und plötzlich geraten all ihre guten Vorsätze mächtig ins Wanken. Könnte dieser Mann wirklich ihre große Liebe sein?"

Fazit:
"Auf den Wellen des Glücks" ist ein Spin-Off von "Körbchen mit Meerblick", welches mir ausnehmend gut gefallen hatte. Es ist vollkommen eigenständig und kann unabhängig von "Körbchen mit Meerblick" gelesen werden.

Im Mittelpunkt dieses Kurzromans steht Silvana, die sich in ihrem bisherigen Leben immer etwas halt- und planlos verhalten hat, was gerade ihrer erwachsenen Tochter ein Dorn im Auge ist, wodurch die beiden sich auch etwas entfremdet haben.

Ursache sind die immer wieder wechselnden Beziehungen zu Männern, die nie halten, was sie versprechen und ohne die Silvana nicht auskam. Nun hat sie sich selbst eine Enthaltungsphase auferlegt und gönnt sich eine Kreuzfahrt - dort lernt sie natürlich einen Mann kennen...

Der Schreibstil ist locker leicht, unsere Hauptprotagonistin durchaus sympathisch, allerdings bleibt die Charakterisierung immer etwas zu sehr an der Oberfläche. Das bin ich von der Autorin eigentlich nicht gewohnt. Dies bezieht sich nicht nur auf Silvana, sondern auch auf unsere männliche Hauptperson. Während Silvana durchaus ein Mensch mit Ecken, Kanten und Fehlern ist, haben wir es bei ihrem männlichen Gegenpart mit dem Märchenprinzen schlechthin zu tun: gutaussehend, vermögend und dann noch jemand, der immer das richtige sagt und tut. Das hat ihn für mich als Person leider zu unrealistisch gemacht.

Der Lesefluss ist durchaus gut, die Geschichte mir persönlich aber insgesamt zu oberflächlich.

Petra Schier
"Auf den Wellen des Glücks"
erschienen bei mtb

Dienstag, 5. September 2017

[Rezension] Veit Etzold - Tränenbringer

Kurzbeschreibung:
"Ihr fünfter Fall bringt Clara Vidalis, Hauptkommissarin und Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, an ihre persönlichen Grenzen: Ein Serienkiller entführt 18-jährige Mädchen und lässt den Eltern die Leichenteile zukommen. Während Berlin vor Angst zittert, kommt es gleichzeitig zu bizarren Morden im Prostituierten-Milieu. Was ist das Motiv dieses brutalen und unergründlichen Killers? Oder haben es Clara und ihr Team mit mehreren Mördern zu tun?"

Fazit:
"Tränenbringer" ist der fünfte Teil der Reihe um Clara Vidalis. Aufgrund der fortlaufenden persönlichen Komponente ist es sicher sinnvoll, die Reihe von Anfang an zu lesen, da die einzelnen Fälle aber in sich geschlossen sind, kann man diesen auch ohne Vorkenntnisse folgen.

Der Lesefluss ist sehr gut: Es geht direkt von Anfang an in medias res, regelmäßige Perspektivenwechsel sorgen dafür, dass Langweile gar nicht aufkommen kann und Spannung und Neugier beim Leser durchgehend bestehen bleiben.

Für Zartbesaitete ist "Tränenbringer" sicher nicht die richtige Lektüre, allerdings ist man dies von Veit Etzold ja auch gewohnt. Sehr plastisch werden die Zustände der jeweiligen Opfer dargestellt, allerdings immer so, dass man es keinesfalls mit einem reinen Splatterroman verwechseln kann.

Die Handlung ist gut aufgebaut, es gibt regelmäßig Wendungen, mit denen der Leser so wohl nicht gerechnet hat und auch wenn man einiges über die Psyche von Serienmördern und die Abläufe von polizeilichen Ermittlungen erfährt, hat dies nichts Belehrendes.

Die Charaktere sind dem Leser zwar im Großen und Ganzen bereits bekannt, aber der Autor schafft es, dem immer noch etwas hinzuzufügen, was man noch nicht wusste und auch unser Täter ist sehr vielschichtig angelegt.
Als Fan von MacDeath habe ich mich gefreut, dass er auch hier wieder eine größere Rolle spielt und man auch über ihn wieder etwas mehr erfährt.

"Tränenbringer" ist nicht nur ein würdiger Nachfolger der bisherigen Teile der Reihe, er ist auch ein spannender, mitreißender und fordernder Thriller - ich hätte direkt mit einem Nachfolger weiterlesen können!

Veit Etzold
"Tränenbringer"
ISBN: 978-3-426-52069-7
erschienen bei Droemer Knaur

[Rezension] Cecelia Ahern - So klingt dein Herz

Kurzbeschreibung:
"Die junge Laura lebt im Verborgenen im Westen Irlands. Niemand weiß, dass es sie gibt. Und dass sie eine besondere Fähigkeit hat, die Welt zum Klingen zu bringen. Als der Toningenieur Solomon im Wald auf Laura trifft, fühlt er sich sofort magisch von ihr angezogen. Doch auch Solomons Lebensgefährtin, die Regisseurin Bo, ist fasziniert: Sie möchte einen Film über die geheimnisvolle Laura drehen. Über Nacht findet sich Laura in unserer lauten, modernen Welt wieder. Kann ihre Gabe ihr dabei helfen, das Glück zu finden - und die Liebe?"

Fazit:
Ich habe damals mit Begeisterung die ersten Bücher von Cecelia Ahern gelesen - kein Wunder, ist "P.S. Ich liebe dich" doch noch immer eines der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe. Jetzt habe ich seit einigen Jahren nichts mehr von ihr gelesen, und da der Klappentext interessant klang, habe ich mich aufgemacht nach Irland.

Das Buch ist ein bißchen zweigeteilt: Der erste Teil hat etwas Märchenhaftes, Verzaubertes. Wie Solomon und sein Team in der Einsamkeit einer weiten Farm auf Laura treffen, die mehr ein Elf als ein Mensch zu sein scheint und später dann die harte Realität in der Großstadt. Und wo könnte man mehr über die wahren Beweggründe und Fallstricke der Menschen lernen als in einer Castingshow? Von daher finde ich diesen Schachzug von Cecelia Ahern sehr gelungen, wobei ich mir aber vorstellen kann, dass das einigen Lesern anders geht.

Der Lesefluss ist gut, die Handlung unterhaltsam und abwechslungsreich. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und vielschichtig angelegt und gerade Sol und Laura wachsen dem Lesern immer mehr ans Herz. Ein wenig kürzer hätten die Ausführungen über Solomons und Lauras Gefühlswelt in Bezug auf einander sein können - dass beide ihr Herz an den jeweils anderen verloren haben, ist dem Leser schon sehr früh klar, da hätte es nicht dauernder Wiederholungen bedurft. Allerdings ist das auch so ziemlich der einzige Kritikpunkt, den ich habe.

"So klingt dein Herz" ist ein typischer Cecelia Ahern - Roman: etwas fürs Herz mit Tiefgang, zusammen mit einem Hauch "nicht von dieser Welt".

Cecelia Ahern
"So klingt dein Herz"
ISBN: 978-3-8105-3027-1
erschienen bei FISCHER Krüger

Donnerstag, 24. August 2017

[Auslosung] Astrid Fritz - Die Räuberbraut

Auslosung


So, ihr Lieben! Ich möchte es gar nicht unnötig spannend machen, sondern mich nur kurz bei allen für ihre Teilnahme bedanken.

Ausgelost hat der Zufallsgenerator und gewonnen hat:

Unser Gewinner heißt also:
Old Folkie bzw. seine Mutter ;-)

Schick mir doch bitte deine Adresse zeitnah, sodass ich das Buch auf Reisen schicken kann!

Dienstag, 22. August 2017

[Rezension] Meredith Winter - Blutpsalm

Kurzbeschreibung:
"Sommerburg - eine verschlafene 800 Seelengemeinde, irgendwo im Norden Deutschlands. Ein Dorf, dessen Bewohner so akkurat und tadellos wie aus einer Reklame zu sein scheinen. Bis zu dem Tag, an dem eine brutale Mordserie den Ort erschüttert und Jonathan, der junge Pastor, sich in eine Prostituierte verliebt. Während die männlichen Bewohner nach und nach tot mit einem Fleischermesser in der Brust aufgefunden werden, zeigen die Einwohner allmählich ihr wahres Gesicht. Und auch Jonathan muss vor seiner Gemeinde zugeben, dass er bei Weitem nicht so fromm ist, wie alle bisher geglaubt haben..."

Fazit:
"Blutpsalm" von Meredith Winter ist ein Liebeskrimi. Entsprechend bin ich nicht von nervenzerfetzender Spannung ausgegangen, sondern wollte gut unterhalten werden.

Bei meiner Meinung zum Buch muss ich zwischen Handlung und Protagonisten auf der einen und der Umsetzung des Ganzen auf der anderen Seite differenzieren.

Die Charaktere unserer beiden Hauptpersonen Jonathan und Marlene sind sympathisch, mit menschlichen Fehlern und Schwächen, wenn auch mitunter beide etwas naiv. Schön herausgearbeitet ist auch die sprichwörtliche Dorfmentalität der Voreingenommenheit und Vorverurteilung. Die Handlung ist unterhaltsam mit wechselnder Perspektive, wodurch keine Langeweile aufkommt. Die Identität des Mörders kommt leider recht früh heraus, da hätte ich lieber ein wenig länger gerätselt und einige der ausführlichen Szenen der trauten Zweisamkeit zwischen Marlene und Jonathan hätte man auch ruhig kürzer halten können. Aber insgesamt hat man mit den beiden so unterschiedlichen Verliebten eine abwechslungsreiche Zeit.

Allerdings würde dem Buch ein Überarbeitung in anderen Bereichen durchaus gut tun: Für ein lektoriertes Buch enthält es einfach viel zu viele grammatikalische Fehler. Einige Formulierungen sind unglücklich gewählt, alles Dinge, die ein versierter Lektor mit Sicherheit behoben hätte.

Das finde ich wirklich sehr schade, weil dies zu Lasten eines guten Plots geht und ein Buch hindert, das Potential zu entfalten, das darin steckt.

Meredith Winter
"Blutpsalm"
ISBN: 978-3-981-87221-7
erschienen im Sommerburg Verlag

Montag, 21. August 2017

[Rezension] Chris Carter - Death Call - Er bringt den Tod

Kurzbeschreibung:
"Tanya Kaitlin bekommt einen Videoanruf von ihrer besten Freundin. Was sie sieht, ist ein Alptraum: ihre Freundin ist gefesselt und geknebelt. Um sie zu retten, muss Tanya zwei Fragen richtig beantworten. Doch sie scheitert. Und ihre Freundin wird vor ihren Augen brutal ermordet.

Profiler Robert Hunter und sein Partner Garcia suchen einen Serienmörder, der seinen Opfern in den sozialen Medien auflauert. Er studiert ihre Fehler und nutzt sie für sein perfides Spiel. Und das hat gerade erst begonnen..."

Fazit:
"Death Call - Er bringt den Tod" ist bereits der achte Teil um den Profiler Robert Hunter. Für Fans der Reihe natürlich ein absolutes "must read", so auch für mich.

Natürlich ist es immer schöner, eine Reihe von Beginn an zu lesen, aber da es in "Death Call - Er bringt den Tod" keine private Komponente gibt, die auf Vergangenem basiert und die Fälle in jedem Buch abgeschlossen sind, kann man "Death Call - Er bringt den Tod" auch problemlos ohne Vorkenntnis der anderen Bände lesen.

Meine Erwartungen an die Bücher von Chris Carter sind jedes Mal hoch und so steigt auch mit jedem Band, der erscheint, die Angst, dass die Erwartungen irgendwann nicht mehr erfüllt werden. Ist es doch häufig so, dass Spannung und Faszination mit weiterem Fortschreiten einer Reihe abnehmen. In diesem Fall kann man aber beruhigt zum Buch greifen: Chris Carter liefert, was der Leser erwartet.

Wie immer ist der Lesefluss sehr gut, die kurzen Kapitel und regelmäßigen Perspektivenwechsel sorgen für Abwechslung und halten Neugier und Spannung der einzelnen Handlungsstränge wach. Wie jedes seiner Bücher möchte man es vor der letzten Seite eigentlich nicht mehr aus der Hand legen.

Außerdem schafft es der Autor, dass ich von der Identität des Mörders überrascht bin und Motivation und Handlung auch im Nachhinein noch schlüssig sind - das vermisse ich mittlerweile leider bei vielen Thrillern.

Mit "Death Call - Er bringt den Tod" hat Chris Carter einmal mehr bewiesen, dass er den Leser fesseln und mitreißen kann und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiederlesen mit Robert und Carlos.

Chris Carter
"Death Call - Er bringt den Tod"
ISBN: 978-3-548-28952-6
erschienen bei Ullstein

Sonntag, 20. August 2017

[Rezension] R. K. Lilley - Love is War - Sehnsucht

Kurzbeschreibung:
"Wenige Wochen sind vergangen, seit Dante zum zweiten Mal Scarletts Herz gebrochen hat. Scarlett ist fest entschlossen, endlich von Dante loszukommen und ihn ein für alle Mal zu vergessen, als sich sein Halbbruder Bastian bei ihr meldet. Bastian hat Neuigkeiten, die alles verändern und die Ereignisse der letzten fünf Jahre in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. Können Scarlett und Dante am Ende doch noch gemeinsam glücklich werden?"

Fazit:
"Love is War - Sehnsucht" ist der zweite Teil um R. K. Lilleys Prota-Paar Dante und Scarlett.
Um zu verstehen, wo die beiden sich befinden und warum sie so zueinander stehen, wie sie es tun, ist es unerlässlich, mit dem ersten Teil "Love is War - Verlangen" zu starten.

Denn im zweiten Teil startet der Leser praktisch dort, wo der erste Teil endet. Durch den Cliffhanger am Ende des ersten Buches meint man, breits zu wissen, was der Hintergrund von allem ist, aber ich kann euch sagen, dass man sich nicht im geringsten ausmalen kann, was noch alles zutage treten wird!

Da man die Protagonisten bereits kennt, kann man sich natürlich gut in sie hineinfühlen. Wurde am Anfang der Reihe noch suggeriert, dass Dante der Böse und Scarlett sein Opfer ist, weiß man es mittlerweile besser.

Der Lesefluss ist sehr gut. lediglich im Mittelteil wurde es mir zeitweise ein wenig zu gefühlsduselig und langatmig - ich wollte wissen, was genau passiert war und nicht zum tausendsten Mal lesen, wie sehr die beiden sich lieben...
Davon abgesehen, rauscht man durch das Buch, da eine Enthüllung die letzte ablöst.

Ich habe beim Lesen der Bücher mit Scarlett, aber auch mit Dante, gelebt, geliebt, gelitten und geflucht, wurde sehr gut unterhalten und habe seufzend von den beiden Abschied genommen.

R. K. Lilley
"Love is War - Sehnsucht"
ISBN: 978-3-453-58056-5
erschienen bei Heyne

[Buchverlosung] Astrid Fritz - Die Räuberbraut

Buchverlosung!!


Nachdem ich euch hier bereits meine Meinung zu Astrid Fritz' neuem Buch "Die Räuberbraut" mitgeteilt habe, hab ihr jetzt die Chance, eine nagelneue Hardcover-Ausgabe zu gewinnen!


Dieses Buch wurde mir vom Wunderlich Verlag zur Verfügung gestellt, bei dem ich mich recht herzlich bedanken möchte.

Was ihr dafür tun müsst?
Ganz einfach: Schreibt mir in den Kommentaren, warum ihr das Buch gern lesen wollt!


Die Verlosung geht bis Mittwoch, 23. August 2017, 18 Uhr.
Die Auslosung erfolgt anschließend nach dem Zufallsprinzip.


Natürlich noch das Kleingedruckte: 
- ihr müsst meinem Blog nicht folgen, auch nicht meiner Facebookseite, obwohl mich das natürlich freuen würde
- es wird eine Ausgabe des o. g. Buches verlost, eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
- ich versende innerhalb von Deutschland. Solltet ihr im Gewinnfall bereit sein, das zusätzliche Porto zu tragen, könnt ihr auch gern aus dem Ausland teilnehmen.
- ich übernehme keinerlei Gewähr

Dienstag, 15. August 2017

[Rezension] Astrid Fritz - Die Räuberbraut

Kurzbeschreibung:
"Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?"

Fazit:
"Die Räuberbraut" ist das erste Buch von Astrid Fritz, das ich gelesen habe.

Ich hatte anfangs etwas Gewöhnungsbedarf in Hinblick auf die Sprache. Als ich überlegt habe, woran das liegen mag, immerhin habe ich schon viele historische Romane gelesen, fiel mir auf, dass diese zumeist in den höheren Schichten, zumindest im Bürgertum, gespielt haben.

Die Charaktere in "Die Räuberbraut" allerdings sind nahezu alle dem niederen Stand entliehen und diese drücken sich natürlich nicht so gewählt aus. Aber diese kleine Irritation gab sich bald.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Handlung abwechslungsreich und unterhaltsam. Langweilig ist Julianas Leben an der Seite von Hannes beileibe nicht und so fliegen die Seiten dahin. Das letzte Drittel dann ist sehr emotional und geht unter die Haut, sodass man in Gedanken auch nach dem Lesen des Buches immer wieder zu Juliana und Hannes zurückkehrt.

Gut gefallen haben mir auch die gut recherchierten historischen Hintergründe und Begebenheiten, zumal ich bisher kein Buch gelesen hatte, das zu dieser Zeit im zerrissenen Deutschland spielt, mit ständig ändernden Besetzern und Grenzen.

"Die Räuberbraut" hat mich gut unterhalten und war mit Sicherheit nicht das letzte Buch der Autorin, das ich gelesen habe.

Astrid Fritz
"Die Räuberbraut"
ISBN: 978-3-8052-0293-0
erschienen im Wunderlich Verlag

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] Ethan Cross - Spectrum

Kurzbeschreibung:
"August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zur Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank - das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur - und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern."

Fazit:
Natürlich ist mir der Autor ein Begriff. Wer hat noch nicht von seiner "Ich bin..."-Reihe gehört? Ich weiß von vielen Lesern, denen diese Reihe sehr gut gefallen hat. Allerdings habe ich diese Reihe bisher nicht gelesen. Bei "Spectrum" hat mich aber der Umstand gereizt, dass August Burke, der Berater des FBI, Autist ist. Das fand ich im Zusammenhang mit den Ermittlungen extrem interessant und wurde auch nicht enttäuscht.

Generell gibt es eigentlich nichts, worüber ich mich beklagen könnte: Auch wenn der Klappentext etwas anderes suggeriert, haben wir es nicht allein mit Burke als charismatischem Charakter zu tun. Ethan Cross vereint davon einige in seiner Handlung und das auf beiden Seiten. Ich lege viel Wert auf die Charaktere eines Buches und sehe dann auch schonmal über Schwachstellen in der Handlung hinweg. Aber auch das ist bei "Spectrum" überhaupt nicht notwendig! Denn die Handlung ist nicht nur durchweg interessant und spannend, der Autor hat es sogar geschafft, mich mit seinen Winkelzügen zu überraschen, was leider selten gelingt und was ich dann umso mehr zu schätzen weiß.

Keine Frage, dass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Reihe freue und in der Zwischenzeit mit Sicherheit auch die "Ich bin..."-Reihe lesen werde!

Ethan Cross
"Spectrum"
ISBN: 978-3-404-17555-0
erschienen bei Bastei Lübbe

[Rezension] Kate Morton - Das Seehaus

Kurzbeschreibung:
"Cornwall 1933: Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mittsommernachtsfest ihrer Familie entgegen. Nicht ahnend, dass in dieser Nacht ein Kind verschwinden und ihre Welt zusammenbrechen wird.

Siebzig Jahre später stößt die Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Erst jetzt kommt ans Licht, was in jener Nacht wirklich geschah..."

Fazit:
Natürlich hatte ich schon von Kate Morton gehört, wie auch nicht? Die Autorin dürfte jedem Romanleser ein Begriff sein. Allerdings hatte ich bisher noch nicht die Gelegenheit, eines ihrer Bücher zu lesen. Da mir der Klappentext von "Das Seehaus" gut gefiel, machte ich mich auf nach Cornwall.

Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal in der Vergangenheit, vor allem aus Alices Sicht und einmal Anfang des 21. Jhd aus der Sicht von Sadie, allerdings nicht ausschließlich.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, wodurch der Lesefluss durchweg gut ist. Die Charakterisierungen der Protagonisten gehen mit dem Fortschreiten des Geschehens immer weiter in die Tiefe, sodass der Leser parallel immer mehr von den Personen und gleichzeitig von der Handlung erfährt. Durch die Cliffhanger beim Perspektivenwechsel bleibt die Neugier erhalten und Rätsel gibt es einige. Denn nicht nur Alice verbirgt etwas über die Jahrzehnte, auch Sadie ist nicht ohne mentales Gepäck.

Ein wenig zu durchsichtig fand ich mit der Zeit das Rätsel über das Verschwinden des Jungen, denn was tatsächlich geschah, ließ sich schon mehr als erahnen, bevor die Sprache darauf kam. Dennoch hatte man zu dem Zeitpunkt bereits eine so enge Beziehung zu den handelnden Personen, dass man ihre geschriebene Gegenwart nicht missen mochte.

Insgesamt hat mir "Das Seehaus" von Kate Morton sowohl in Bezug auf die Handlung, als auch auf die Charaktere, gut gefallen. Ein wenig vermisst habe ich dieses Quentchen Besonderes, das dafür gesorgt hätte, dass mir das Buch immer in Erinnerung geblieben wäre.

Kate Morton
"Das Seehaus"
ISBN: 978-3-453-35946-9
erschienen im Diana Verlag

[Auslosung] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels

Auslosung

Wie das so ist, der Mensch plant und das Leben schießt dazwischen. Deshalb die Auslosung unseres Gewinnspiels für Tom Glasauers "Das Geheimnis des Seelenspiegels" etwas später als geplant.

Dafür wurde es exklusiv von unserem heutigen familieneigenen Geburtstagskind ausgelost, das ist doch auch was ;-)

Aber jetzt möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen, das Buch gewonnen hat

Vanessa Adolf

Ich bedanke mich herzlich für eure Teilnahme und für die Freunde des historischen Romans kann ich direkt anfügen, dass es in den nächsten Tagen ein weiteres Gewinnspiel geben wird!!

Donnerstag, 3. August 2017

[Buchverlosung] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels


Vor Kurzem habe ich euch das Buch "Das Geheimnis des Seelenspiegels" von Tom Glasauer vorgestellt. Wer meine Meinung zu dem Buch noch nicht gelesen hat, kann dies hier nachholen.

Nachdem ich Mansaar bereits auf seiner Reise begleiten durfte, seid IHR dran: 

Ihr könnt eine niegelnagelneue gebundene Ausgabe von "Das Geheimnis des Seelenspiegels" gewinnen.

Um im Lostopf zu landen, müsst ihr lediglich eine Frage in den Kommentaren beantworten:

 Was tut ihr, um einmal vom Alltag abzuschalten (außer lesen natürlich ;-) )

Die Verlosung geht bis Sonntag, 06.08.2017 um 12 Uhr.
Bis dahin habt ihr die Möglichkeit, in den Lostopf zu hüpfen. Im Verlauf des Nachmittags werde ich dann auslosen.

Das Kleingedruckte:
- ihr müsst meinem Blog nicht folgen, auch nicht meiner Facebookseite, freuen würde es mich aber natürlich.
- es wird eine Ausgabe des o. g. Buches verlost, eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
- ich versende innerhalb von Deutschland. Solltet ihr im Gewinnfall bereit sein, das zusätzlich Porto ins Ausland zu tragen, könnt ihr auch von außerhalb Deutschlands teilnehmen
- ich übernehme natürlich keinerlei Gewähr

Sonntag, 30. Juli 2017

[Rezension] Jan Kilman - Heldenflucht

Kurzbeschreibung:
"1918 - Deutschland nach dem großen Krieg... Das Land wird von Hungersnöten geplagt, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit begibt sich die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen..."

Fazit:
"Heldenflucht" ist der erste historische Roman aus der Feder des Autoren. Da er bisher Krimis und Thriller der Gegenwart geschrieben hat, hat er das Pseudonym gewählt, um seine Leserschaft nicht zu verwirren. Ich habe mich gefragt, ob es meine Meinung zum Buch beeinflusst hat, dass ich das weiß, aber ich bin mir sicher, dass meine Wahrnehmung ansonsten ebenso gewesen wäre.

Als erstes möchte ich festhalten, dass nach dem Lesen des Buches einmal mehr deutlich wird, dass man Klappentexten nicht immer trauen darf. Zuerst einmal ist das Dorf des Geschehens nicht Agnes' Heimatdorf, sie hat in ihrer Kindheit dort oft die Ferien bei ihrem Onkel verbracht. Weniger spitzfindig ist die Feststellung, dass Agnes sich mitnichten auf die "Suche nach der Wahrheit" macht. Dies impliziert, dass wir es hier mit einer Miss Marple oder einer Agatha Raisin zu tun bekommen. Richtig ist aber, dass sich Agnes ganz gegen Ende des Buches auf den Weg zu einem Bekannten macht, weil ihr etwas Ungereimtes aufgefallen ist. Weder sucht sie nach verschwundenen Personen, noch versucht sie, die Identität von Leichen zu klären...

Aber weg vom Klappentext, hin zum eigentlich Buch: Ich ziehe meinen Hut vor der Rechercheleistung des Autors! Denn dass er viel Zeit, Sorgfalt und Mühe auf die zeitliche und inhaltliche Authentizität verwandt hat, wird im ganzen Buch deutlich.

Allerdings führt wohl auch genau dieser Wille zur Authentizität dazu, dass es ins Übertriebene abdriftet. Nicht die immer wieder eingestreuten Briefe der Kriegsteilnehmer des Dorfes, die in den einzelnen Schlachten gefallen sind - diese erzeugen eine Menge Atmosphäre. Aber dass die Handvoll Rückkehrer derart viele ausgeprägte Kriegstraumata auf sich vereint, war nicht wirklich glaubwürdig.

Der eigentlichen Handlung um Agnes, Herrmann und den anderen fehlte es mitunter an Drive. Nicht, dass es langweilig wurde, aber man hatte in weiten Teilen den Eindruck, ein wenig auf der Stelle zu treten. Die einzelnen Handlungsstränge wirkten mitunter als nebeneinander laufend, statt zusammen, mir fehlte eine gewisse Homogenität, ein Zusammenspiel.

Auf den letzten 50 Seiten kommt dann der Thrillerautor durch, es geht hoch her im beschaulichen Dörfchen, mit greifbarer Spannung und Gänsehaut.

Insgesamt kann der Autor auch im historischen Bereich bestehen, es ist allerdings noch Luft nach oben.

Jan Kilman
"Heldenflucht"
ISBN: 978-3-453-43837-8
erschienen bei Heyne

[Rezension] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels

Kurzbeschreibung:
"Vor langer Zeit in einem fernen Land: Der junge Händler Mansaar hat alles, was man sich nur wünschen kann - ein gut gehendes Geschäft, eine schöne Frau und zwei wohlgeratene Kinder. Dennoch fühlt er sich schlecht. Er kann sich nur mit Mühe auf seine Arbeit konzentrieren, verliert zunehmend die Lust am Leben, fällt seinen Liebsten zur Last und ist bald der Verzweiflung nahe. Auch die angesehensten Ärzte seiner Stadt können ihm nicht weiterhelfen. Allein der geheimnisvolle Seelenspiegel scheint Heilung zu versprechen, doch die Suche danach ist lang und beschwerlich. Mansaar begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse..."

Fazit:
Schon das Cover des Buches versetzt den Leser in die Welt aus 1001 Nacht. Dazu passen sowohl der Schreibstil als auch die Geschichte.

Und eben diese kann der Leser nutzen, wie er es möchte: Entweder einfach als wunderschön geschriebenes Märchen, in dem sich der Händler Mansaar auf den Weg nach dem Seelenspiegel macht und zu überraschenden Erkenntnissen gelangt. Oder aber als Anlass, auch über das eigene Leben nachzudenken, über die Hektik des Alltags und das Zukurzkommen des eigenen Selbst.

Aber die Entscheidung, was und wie man "Das Geheimnis des Seelenspiegels" sehen möchte, liegt allein beim Leser. Denn der Autor hält keine Vorträge mit erhobenem Zeigefinger, sondern zeigt anhand von Mansaar, was sein kann.

Der Schreibstil ist auf die märchenhafte Kulisse und die 1001 Nacht - Assoziation abgestimmt, der Lesefluss sehr gut, weil man tief in den Orient eintaucht. Man merkt in jedem Satz, dass Tom Glasauer genau weiß, worüber er schreibt, dies aber gleichzeitig so verpackt, dass keinerlei Ratgebermentalität aufkommt.

Eine Geschichte, die auch dem Leser den Spiegel vorhält, wunderbar eingängig geschrieben und zum Mitreisen einladend.

Haltet die Augen auf, in Kürze könnt ihr eine Ausgabe von "Das Geheimnis des Seelenspiegels" an dieser Stelle gewinnen!

Tom Glasauer
"Das Geheimnis des Seelenspiegels"
ISBN: 978-3-7787-7525-7
erschienen im Ansata Verlag

Samstag, 29. Juli 2017

[Rezension] Uwe Wilhelm - Die 7 Farben des Blutes

Kurzbeschreibung:
"Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben "Heilungen" erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit. Nur Staatsanwältin Helena Faber ist davon überzeugt, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht "geheilt" wurde..."

Fazit:
Der Anfang des Buches war vielversprechend: ein grausiger Mord, ein psychopathischer Mörder, eine sympathische Staatsanwältin mit nachvollziehbarem Backround (geschieden, Mutter zweier Töchter) begibt sich auf die Spur des Mörders.

Leider ging es danach deutlich bergab: Bereits im ersten Drittel des Buches lag auf der Hand, wer der Mörder ist. Meine Hoffnung, dass ich mich auf dem Holzweg befinden könnte, wurde dann auch zunichte gemacht, als deutlich zutage trat, wer für die Morde verantwortlich ist und das gut 200 Seiten vor dem Ende des Buches! Gut, es gab dann noch den ein oder anderen Hintergrund, was das Ganze aber immer mehr ins Unglaubwürdige abdriften ließ, da einfach zuviel aufeinander kam. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Psychopathen haben, das ausgewählte Opfer dann auch noch eine Amnesie bekommt und alles vergisst, was sie bereits darüber weiß und dazu noch ein hochrangiger Staatsdiener, der in Verbindung mit dem Opfer steht, für perverse Hintergründe verantwortlich ist? Wenigstens auf eine gute Erklärung bezüglich der "7 Farbens des Blutes" hatte ich gehofft. Leider wurde ich auch diesbezüglich enttäuscht. Es gab eine Erklärung, aber glücklich gemacht hat diese mich nicht.

All dies hat mein Lesevergnügen durchaus beeinträchtigt. Doch um dem Ganzen die Krone aufzusetzen gibt es nach einem logischen Abschluss der Geschichte einen Epilog, der dazu führt, dass man ein offenes Ende vorgesetzt bekommt... Gut, daraus lässt sich schließen, dass es wohl ein weiteres Buch mit der Staatsanwältin Helena Faber geben wird. Lesen muss ich das dann allerdings nicht mehr.

Wobei nicht alles schlecht an "Die 7 Farben des Blutes" ist. Der Schreibstil ist nüchtern und sachlich, ohne kalt zu wirken. Die Charaktere, von Antagonisten einmal abgesehen, sind vielschichtig und menschlich nachvollziehbar und der Lesefluss daraus resultierend durchaus gut. Dies kann aber die inhaltlichen Schwächen nicht ausgleichen.

Uwe Wilhelm
"Die 7 Farben des Blutes"
ISBN: 978-3-7341-0344-5
erschienen bei Blanvalet

Donnerstag, 27. Juli 2017

[Rezension] Nacho Figueras - Die Wellington Saga - Verführung

Kurzbeschreibung:
"Sebastian ist in Wellington als Playboy der Familie Del Campo bekannt. Die Frauenwelt liegt ihm zu Füßen, und regelmäßig stürzt er sich in leidenschaftliche, unverbindliche Affären. Das Ansehen seiner prominenten Familie und die Gefühle anderer sind ihm egal, und er genießt stattdessen sein freies Leben in vollen Zügen. Bis er die faszinierende Regisseurin Katherine kennenlernt, die ihn mit ihrem Temperament auf eine Weise anzieht, die Sebastian bisher nicht kannte..."

Fazit:
"Verführung" ist der zweite Teil der "Wellington"-Saga. Nachdem es im ersten Teil um den ältesten Bruder Alejandro ging, steht nun Sebstian im Mittelpunkt. Dass er ein Playboy und Lebemann ist, hat man bereits im ersten Band deutlich gemerkt. Allerdings muss man das erste Buch nicht gelesen haben, um "Verführung" verstehen zu können.

In "Verführung" wird wieder einmal deutlich, dass Nacho Figueras und seine Co-Autorin Jessica Whitman ein Händchen für Frauencharaktere haben: Nachdem auch im ersten Band eine Frau die starke Rolle innehatte und dies ebenfalls auf die Mutter Del Campo zutrifft, begegnet uns mit Katherine auch hier ein charismatischer, einnehmender, starker Frauencharakter.

Sebastian unterscheidet sich in vielem von seinem ernsten, verantwortungsvollen großen Bruder Alejandro. Entsprechend kommt der Familie Del Campo im Buch auch eher eine Nebenrolle zu, nachdem sie im ersten Band immer involviert war.

Der Lesefluss ist sehr gut und die Metamorphose die unser sympathischer Playboy im Verlauf der Handlung macht, trägt dazu sicher bei.
Natürlich handelt es sich um eine klassische Liebesgeschichte und das Ende ist absehbar, dennoch haben sich die Autoren einiges einfallen lassen, um den beiden Hauptprotagonisten das Leben schwer zu machen und das Interesse des Lesers wach zu halten.

Für mich ein sehr gelungener zweiter Teil, der mich endgültig neugierig auf den dritten Band macht, dessen Mittelpunkt die uneheliche Tochter des verstorbenen Familienpatriarchen bildet.

Nacho Figueras
"Die Wellington-Saga - Verführung"
ISBN: 978-3-7341-0373-5
erschienen bei Blanvalet

Sonntag, 23. Juli 2017

[Rezension] Sandra Florean - Das Erbe des Hüters

Kurzbeschreibung:
"Als die junge Haley das Haus ihres verstorbenen Großvaters erbt, nimmt sie das Vermächtnis sofort begeistert an. Dabei ahnt sie nicht, dass sich ein dunkles Geheimnis um das in die Jahre gekommene Gemäuer rankt. Yven, ein uralter Vampir, erwacht durch ihr Erscheinen. Er bringt nicht nur Haleys Leben, sondern auch ihre Gefühle durcheinander, die durch die heiße Affäre mit dem charmanten Julian ohnehin Achterbahn fahren. Wenig später sieht sich Haley einer Bedrohung gegenüber, der sie nicht entkommen kann..."

Fazit:
Ich gebe zu, dass mich das Cover selbst nicht angesprochen hätte. Für mein Empfinden geht es zu sehr in Richtung schwülstige Vampirliebesgeschichte...

Da ich aber weiß, dass mich Sandra Floreans Geschichten noch immer gepackt haben, sah ich dem Lesen des Buches gespannt entgegen.

Auch wenn die Kombination alter Vampir - junge Sterbliche an die "Nachtahn"-Reihe denken lässt, haben wir es hier doch mit etwas vollkommen anderem zu tun: Haley ist eine toughe junge Frau und steht mit beiden Beinen im Leben. Sie lässt sich von niemandem etwas vorschreiben und so hat "Mr. Königskotzbrocken" es mitunter nicht leicht mit ihr, ist sein Frauenbild doch im viktorianischen England stehen geblieben.

Gerade dieser Gegensatz zwischen der modernen Haley und dem Vampir mit antiquierten Vorstellungen macht die Handlung sehr unterhaltsam und mitreißend. Sehr gut gefallen haben mir auch die Wendungen, die die Geschichte zu bieten hat, sodass man sich über Vorhersehbarkeit wirklich nicht beschweren kann.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Neugier wird durchweg wach gehalten und auch, wenn mein persönlicher Favorit das Nachsehen hat, hat mich Haleys Geschichte definitiv mitgenommen.

Da am Ende doch noch einige Aufgaben zu erledigen bleiben, hoffe ich auf ein Wiederlesen mit Haley, Yven und den anderen.

Sandra Florean 
"Das Erbe des Hüters"
ISBN: 978-3-981-85860-0
erschienen im Talawah Verlag

[Rezension] Mila Roth - Ein Kinderspiel

Kurzbeschreibung:
"Geheimagent Markus Neumann erhält den Auftrag, einen jungen Hacker namens Mikolaj aus Krakau abzuholen und in den Zeugenschutz aufzunehmen. Das erst achtzehnjährige Computergenie hat eine Software entwickelt, mit deren Hilfe Nachrichtendienste und Polizei sich noch besser vor Hackerangriffen schützen und deren Ursprung zurückverfolgen können. Dazu hat Mikolaj Ressourcen des organisierten Verbrechens angezapft und fürchtet nun um sein Leben und das seiner erst zwölfjährigen Schwester Maja.
Wieder einmal soll die zivile Hilfskraft Janna Berg den Agenten zur Tarnung begleiten und zunächst sieht alles nach einer einfachen Mission aus. Doch die beiden Jugendlichen zu beschützen, wird zur lebensgefährlichen Herauforderung für das ungleiche Agententeam, denn schon bald sind ihnen Auftragskiller dicht auf den Fersen."

Fazit:
"Ein Kinderspiel" ist bereits der zehnte Teil der "Spionin wider Willen" - Reihe von Mila Roth. Diesmal musste die Leserschaft eine ganze Weile auf den neuen Teil warten. Nachdem die letzten beiden Einsätze von Markus und Janna nicht mehr ganz an die Spannung des Anfangs heranreichten, war ich gespannt, ob sich die Wartezeit lohnen würde.

Dass dies der Fall sein würde, wurde von Anfang an deutlich. Gleich zu Beginn ist man mitten im Agentengeschehen, Janna im Einsatz! Und auch die eigentliche Mission dieses Teils birgt eine Menge Spannung und Action.

Natürlich ist jedem Liebhaber dieser Vorabendserie in Buchform neben der jeweiligen Mission das Hin und Her zwischen Janna und Markus genauso wichtig und auch diesbezüglich kommt man auf seine Kosten!

Beides in Kombination sorgt für einen sehr guten Lesefluss, sodass die Seiten nur so dahinfliegen und man viel zu schnell ans Ende gelangt.

Mit "Ein Kinderspiel", dem zehnten Fall für Markus und Janna, hat die Autorin wieder einmal bewiesen, dass ihre Serienhelden noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben.

Mila Roth
"Ein Kinderspiel"
nähere Informationen zum Buch und zur Serie erhalten ihr auf der Seite der Autorni

Samstag, 22. Juli 2017

[Rezension] E. M. Tippett - Break it up [Nicht mein Märchen 2.5]

Kurzbeschreibung:
"Kyra ist dabei, ihre Leben umzukrempeln. Eine Veränderung ist, dass sie nicht mehr jeden Typen ran lässt, der ihr schöne Augen macht. Sie setzt ihre Träume und Hoffnungen für die Zukunft an erster Stelle. Als die aufstrebende Fotojournalistin die Chance ihres Lebens bekommt, die internationale Boy Band - Sensation Triple Cross zu begleiten, kann sie diese Gelegenheit nicht ausschlagen. Das Problem ist nur, dass sie in eines der Bandmitglieder verliebt ist. Gleichzeitig muss sie die Avancen eines anderen abwehren und ihre turbulente Vergangenheit geheim halten. Triple Cross sind "die netten Jungs von nebenan", von allen Eltern der Welt akzeptiert, haben aber gerade ihre langjährige Managerin gefeuert, die ihr sauberes Image und ihre Medienauftritte mit eiserner Faust kontrolliert hat. Als Zach Wechsler, Kyras Objekt der Begierde, ebenfalls Interesse zeigt, muss sie äußerst vorsichtig sein..."

Fazit:
"Break it up" ist ein Spin-off der Reihe "Nicht mein Märchen". Hier steht nicht Chloe, sondern Jasons Nichte Kyra im Mittelpunkt, die man zumindest am Rande bereits in den "Nicht mein Märchen" - Büchern kennengelernt hat.

Kyra hat eine bewegte Teenievergangenheit und wirkt schon deshalb nicht ganz so erhaben, wie es Chloe mitunter tat. Kyras Charakter ist sehr menschlich, was sie gleichzeitig verletztlich und liebenswert macht. Ihr trockener Sinn für Humor sorgt dafür, dass man das Buch nicht weglegen mag und keine Langeweile aufkommt.

Gut gefallen hat mir auch, dass es zwar leichte, unterhaltsame Lektüre ist, E. M. Tippett aber anhand von Kyra auch eine tiefergehende Botschaft vermittelt: an sich selbst zu glauben und zu sich selbst zu stehen!

Der Leser begleitet Kyra ein wenig auf ihrem Stück, erwachsen und verantwortungsvoll zu werden, allerdings sehr unterhaltsam und ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Natürlich sind Chloe und Jason auch mit von der Partie, wodurch sich das Ganze gut in die Reihe eingliedert.

Auch wenn man die "Nicht mein Märchen" - Reihe nicht gelesen hat, kann man mit "Break it up" nichts falsch machen - eine wunderbare Sommerlektüre für den Urlaub oder den Balkon.

E. M. Tippett
"Break it up"

[Rezension] Lisa Gardner - Die Überlebende

Kurzbeschreibung:
"472 Tage lang lernte sie, wie viel ein Mensch ertragen kann:
Flora Dane, College-Studentin, am hellichten Tag gekidnappt. Wie durch ein Wunder überlebte sie. Und entkam ihrem Peiniger. Sieben Jahre ist das nun her - doch vergessen kann Flora nicht. Die Wände ihres Zimmers sind voller Fotos: Mädchen, die weniger Glück hatten als sie. Mädchen, die jetzt tot sind. Flora schwört, sie niemals im Stich zu lassen.

Und dann ist wieder eine junge Frau verschwunden. Kurz darauf wird Detective D. D. Warren an den Tatort eines grausigen Verbrechens gerufen. Ein Mann - verbrannt. Eine junge Frau - nackt und gefesselt. Flora Dane."

Fazit:
Ich habe im Verlauf der Jahre einige Bücher von Lisa Gardner gelesen, für mich eine Liga mit Karin Slaughter, Tess Gerritsen, etc. Umso überraschter war ich, zu lesen, dass Lisa Gardner hier in Deutschland wohl gar nicht so bekannt ist wie die anderen. Warum ist mir ein Rätsel und wer sich von der Qualität ihrer Bücher überzeugen möchte, findet mit "Die Überlebende" einen wunderbaren Anfang.

"Die Überlebende" ist bereits der sechste Band der Reihe um Detective D. D. Warren. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man die vorherigen Bände nicht kennen muss, um der Handlung zu folgen. Wobei natürlich die Gefahr im Raum steht, dass die eigene Wunschliste im Anschluss um die fünf anderen Bänder reicher ist...

Der Leser wird von Anfang an mitten in die Handlung geworfen - Floras Entführung und ihr Leben danach. Allerdings behält Lisa Gardner eine Menge Fakten über das ein oder andere für sich und offenbart diese dem Leser erst im Verlauf der Handlung. Spannung ist über weite Teile deutlich spürbar, entsprechend gut der Lesefluss.

Sehr positiv aufgefallen ist mir, wie die Autorin mit der Sympathie des Lesers spielt - durch diverse Wendungen im Geschehen ist man auf Floras Seite, dann wiederum misstraut man ihr, dann zweifelt man, wer wie involviert sein könnte.

"Die Überlebende" von Lisa Gardner ist einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe und so werde ich mit Sicherheit auch die anderen Fälle von D. D. Warren noch kennenlernen.

Lisa Gardner
"Die Überlebende"
ISBN: 978-3-499-29093-0
erschienen im Rowohlt Verlag

Dienstag, 18. Juli 2017

[Blogtour] Sandra Florean - Die Seelenspringerin - Schnipselblogtour


Willkommen zur Blogtour!


Im Rahmen der Blogtour zu "Die Seelenspringerin" von Sandra Florean habt ihr die einmalige Chance, die Hauptprotagonisten der Serie exklusiv kennenzulernen.

In der Zeit vom 16.07.2017 - 22.07.2017 werden jeden Tag, sowohl um 6:00 Uhr als auch um 18:00 Uhr auf einem Blog ein Protagonist näher beleuchtet. Den genauen Tourfahrplan findet ihr weiter unten.

Zusätzlich zur Blogtour gibt es ein Gewinnspiel!

In jedem Blogbeitrag gibt es eine Gewinnspielfrage, die ihr in den Kommentaren beantworten könnt. Durch jede Antwort sammelt ihr ein Los. Am Ende der Blogtour gibt es noch eine abschließende Frage bei Nadja von den Bookwormdreamers. Ihr könnt also insgesamt 13 Lose sammeln.

Und was gibt es zu gewinnen?

Der Gewinner darf sich ein Taschenbuch des ersten oder zweiten Teils von "Die Seelenspringerin" aussuchen und erhält dazu noch ein paar schöne Goodies!

Doch hier erst einmal der Blogtourfahrplan:

16. Juli 201706:00 Uhr: Tess: Bookwormdreamers 18:00 Uhr: Jim: Books-Beauty-and-Creativity 17. Juli 2017
06:00 Uhr: Rafael: Das Buchmonster 18:00 Uhr: Angelo: Drachenleben 18. Juli 2017 06:00 Uhr: Octavian: Ninis Kleine Fluchten 18:00 Uhr: Ryan: Bücher - Tore in eine andere Dimension 19. Juli 201706:00 Uhr: Gail: Dropsys Schmöckerstube 18:00 Uhr: Geoffrey: Lesemappe 20. Juli 201706:00 Uhr - Johnny: Bookwormdreamers 18:00 Uhr - Gabby: Der Bücherkessel
21. Juli 201706:00 Uhr - Letitia: Buchimpulse 18:00 Uhr - Serena: Letannas Bücherblog 22. Juli 201706:00 Uhr - Gewinnspiel & Zusammenfassung der Schnipsel - Bookwormdreamers


Teilnahmebedingungen:

Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.Versand nur innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für den Postversand wird keine Haftung übernommen.Das Gewinnspiel endet am 23.07.2017 um 23:59 Uhr. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt man sich im Gewinnfall bereit, öffentlich namentlich am Ende der Blogtour genannt zu werden.Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.Keine Barauszahlung des Gewinnes möglich.Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung mit Facebook und wird nicht von Facebook organisiert.

Aber nun erst einmal zu unserer heutigen Hauptperson:


Octavian

Vollständiger Name: Octavian
Alter: das weiß keinerSpezies: VampirBeruf: Vampirgebieter von NewtownBesondere Fähigkeiten: hüllt sein Gesicht in künstliche Schatten und manipuliert alle um sich herum. Kann bis zu einem gewissen Punkt in Tess´ Geist eindringenVorlieben: seine Macht mehren, spendet an wohltätige Zwecke, führt seine Untergebenen mit eiserner HandAbneigungen: Ungehorsam, Lutgers Werwolf-Rudel, Sonnenlicht, Journalisten

Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, dass es nicht einer gewissen Ironie entbehrt, dass ausgerechnet ich einen Vampir vorstelle - bin ich nun wahrlich kein großer Vampirfreund.
Aber in meinen Rezensionen habt ihr auch schon erfahren, dass ich mich nie dagegen wehren konnte, dass ich Sandra Floreans Vampiren immer wieder verfalle - und Octavian ist ein ganz besonderes Exemplar seiner Spezies, steckt er doch voller Widersprüche. Und seinem Charisma hat man wenig entgegenzusetzen.

Hier kommt ein Schnipsel, der ein wenig von Octavians Wirkung wiedergibt, in diesem Fall die, die die meisten fürchten:


Dass sie zu weit gegangen war, erkannte sie erst, als der Vampir plötzlich aufsprang und wie eine Furie aus schwarzen Schatten und rotem Samt auf sie zukam.»Hinaus!«, brüllte er seine Begleiter an.Tess zuckte erschrocken zusammen und wich zurück. Er griff nach ihrem Arm und hielt sie fest. Sein Griff war kräftig, ohne brutal zu sein, dennoch spürte sie, dass sie sich nicht aus ihm würde befreien können.»Sie bleiben hier.«Die beiden jungen Männer erhoben sich flink und liefen hastig in Richtung Flügeltür. Die Tür fiel ins Schloss und Tess war mit dem zornigen Gebieter der Vampire allein.Octavian sah sie an. Auch wenn Tess seine Augen nicht sehen konnte, spürte sie seinen bohrenden Blick auf ihrem Gesicht. Er hielt noch immer ihren Arm fest und Tess fragte sich, was er nun mit ihr tun würde. Jetzt, da sie allein waren - und ohne Zeugen.


Neugierig geworden? Dann freue ich mich, wenn ihr der Blogtour weiter folgt und natürlich, wenn ihr euch entschließt, "Die Seelenspringerin" zu lesen und näher kennenzulernen!

Nun fehlt noch eins: Die Gewinnspielfrage:

Stellen wir uns einmal vor, die Welt wäre wie in "Die Seelenspringerin": Vampire, Gestaltwandler und Dämonen leben mitten unter den "normalen" Menschen, mehr oder weniger akzeptiert, toleriert oder gefürchtet.
Könntet ihr euch vorstellen selbst ein paranormales Wesen zu sein oder mit einem solchen eine Beziehung zu führen? Wenn ja, was wäret ihr gern? Vampir? Gestaltwandler? Dämon?

Bitte beantwortet die Frage in den Kommentaren. Für jede vollständige Antwort gibt es ein Gewinnlos.