Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
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Jean Paul

Dienstag, 15. August 2017

[Rezension] Astrid Fritz - Die Räuberbraut

Kurzbeschreibung:
"Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?"

Fazit:
"Die Räuberbraut" ist das erste Buch von Astrid Fritz, das ich gelesen habe.

Ich hatte anfangs etwas Gewöhnungsbedarf in Hinblick auf die Sprache. Als ich überlegt habe, woran das liegen mag, immerhin habe ich schon viele historische Romane gelesen, fiel mir auf, dass diese zumeist in den höheren Schichten, zumindest im Bürgertum, gespielt haben.

Die Charaktere in "Die Räuberbraut" allerdings sind nahezu alle dem niederen Stand entliehen und diese drücken sich natürlich nicht so gewählt aus. Aber diese kleine Irritation gab sich bald.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Handlung abwechslungsreich und unterhaltsam. Langweilig ist Julianas Leben an der Seite von Hannes beileibe nicht und so fliegen die Seiten dahin. Das letzte Drittel dann ist sehr emotional und geht unter die Haut, sodass man in Gedanken auch nach dem Lesen des Buches immer wieder zu Juliana und Hannes zurückkehrt.

Gut gefallen haben mir auch die gut recherchierten historischen Hintergründe und Begebenheiten, zumal ich bisher kein Buch gelesen hatte, das zu dieser Zeit im zerrissenen Deutschland spielt, mit ständig ändernden Besetzern und Grenzen.

"Die Räuberbraut" hat mich gut unterhalten und war mit Sicherheit nicht das letzte Buch der Autorin, das ich gelesen habe.

Astrid Fritz
"Die Räuberbraut"
ISBN: 978-3-8052-0293-0
erschienen im Wunderlich Verlag

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] Ethan Cross - Spectrum

Kurzbeschreibung:
"August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zur Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank - das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur - und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern."

Fazit:
Natürlich ist mir der Autor ein Begriff. Wer hat noch nicht von seiner "Ich bin..."-Reihe gehört? Ich weiß von vielen Lesern, denen diese Reihe sehr gut gefallen hat. Allerdings habe ich diese Reihe bisher nicht gelesen. Bei "Spectrum" hat mich aber der Umstand gereizt, dass August Burke, der Berater des FBI, Autist ist. Das fand ich im Zusammenhang mit den Ermittlungen extrem interessant und wurde auch nicht enttäuscht.

Generell gibt es eigentlich nichts, worüber ich mich beklagen könnte: Auch wenn der Klappentext etwas anderes suggeriert, haben wir es nicht allein mit Burke als charismatischem Charakter zu tun. Ethan Cross vereint davon einige in seiner Handlung und das auf beiden Seiten. Ich lege viel Wert auf die Charaktere eines Buches und sehe dann auch schonmal über Schwachstellen in der Handlung hinweg. Aber auch das ist bei "Spectrum" überhaupt nicht notwendig! Denn die Handlung ist nicht nur durchweg interessant und spannend, der Autor hat es sogar geschafft, mich mit seinen Winkelzügen zu überraschen, was leider selten gelingt und was ich dann umso mehr zu schätzen weiß.

Keine Frage, dass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Reihe freue und in der Zwischenzeit mit Sicherheit auch die "Ich bin..."-Reihe lesen werde!

Ethan Cross
"Spectrum"
ISBN: 978-3-404-17555-0
erschienen bei Bastei Lübbe

[Rezension] Kate Morton - Das Seehaus

Kurzbeschreibung:
"Cornwall 1933: Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mittsommernachtsfest ihrer Familie entgegen. Nicht ahnend, dass in dieser Nacht ein Kind verschwinden und ihre Welt zusammenbrechen wird.

Siebzig Jahre später stößt die Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Erst jetzt kommt ans Licht, was in jener Nacht wirklich geschah..."

Fazit:
Natürlich hatte ich schon von Kate Morton gehört, wie auch nicht? Die Autorin dürfte jedem Romanleser ein Begriff sein. Allerdings hatte ich bisher noch nicht die Gelegenheit, eines ihrer Bücher zu lesen. Da mir der Klappentext von "Das Seehaus" gut gefiel, machte ich mich auf nach Cornwall.

Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal in der Vergangenheit, vor allem aus Alices Sicht und einmal Anfang des 21. Jhd aus der Sicht von Sadie, allerdings nicht ausschließlich.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, wodurch der Lesefluss durchweg gut ist. Die Charakterisierungen der Protagonisten gehen mit dem Fortschreiten des Geschehens immer weiter in die Tiefe, sodass der Leser parallel immer mehr von den Personen und gleichzeitig von der Handlung erfährt. Durch die Cliffhanger beim Perspektivenwechsel bleibt die Neugier erhalten und Rätsel gibt es einige. Denn nicht nur Alice verbirgt etwas über die Jahrzehnte, auch Sadie ist nicht ohne mentales Gepäck.

Ein wenig zu durchsichtig fand ich mit der Zeit das Rätsel über das Verschwinden des Jungen, denn was tatsächlich geschah, ließ sich schon mehr als erahnen, bevor die Sprache darauf kam. Dennoch hatte man zu dem Zeitpunkt bereits eine so enge Beziehung zu den handelnden Personen, dass man ihre geschriebene Gegenwart nicht missen mochte.

Insgesamt hat mir "Das Seehaus" von Kate Morton sowohl in Bezug auf die Handlung, als auch auf die Charaktere, gut gefallen. Ein wenig vermisst habe ich dieses Quentchen Besonderes, das dafür gesorgt hätte, dass mir das Buch immer in Erinnerung geblieben wäre.

Kate Morton
"Das Seehaus"
ISBN: 978-3-453-35946-9
erschienen im Diana Verlag

[Auslosung] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels

Auslosung

Wie das so ist, der Mensch plant und das Leben schießt dazwischen. Deshalb die Auslosung unseres Gewinnspiels für Tom Glasauers "Das Geheimnis des Seelenspiegels" etwas später als geplant.

Dafür wurde es exklusiv von unserem heutigen familieneigenen Geburtstagskind ausgelost, das ist doch auch was ;-)

Aber jetzt möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen, das Buch gewonnen hat

Vanessa Adolf

Ich bedanke mich herzlich für eure Teilnahme und für die Freunde des historischen Romans kann ich direkt anfügen, dass es in den nächsten Tagen ein weiteres Gewinnspiel geben wird!!

Donnerstag, 3. August 2017

[Buchverlosung] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels


Vor Kurzem habe ich euch das Buch "Das Geheimnis des Seelenspiegels" von Tom Glasauer vorgestellt. Wer meine Meinung zu dem Buch noch nicht gelesen hat, kann dies hier nachholen.

Nachdem ich Mansaar bereits auf seiner Reise begleiten durfte, seid IHR dran: 

Ihr könnt eine niegelnagelneue gebundene Ausgabe von "Das Geheimnis des Seelenspiegels" gewinnen.

Um im Lostopf zu landen, müsst ihr lediglich eine Frage in den Kommentaren beantworten:

 Was tut ihr, um einmal vom Alltag abzuschalten (außer lesen natürlich ;-) )

Die Verlosung geht bis Sonntag, 06.08.2017 um 12 Uhr.
Bis dahin habt ihr die Möglichkeit, in den Lostopf zu hüpfen. Im Verlauf des Nachmittags werde ich dann auslosen.

Das Kleingedruckte:
- ihr müsst meinem Blog nicht folgen, auch nicht meiner Facebookseite, freuen würde es mich aber natürlich.
- es wird eine Ausgabe des o. g. Buches verlost, eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
- ich versende innerhalb von Deutschland. Solltet ihr im Gewinnfall bereit sein, das zusätzlich Porto ins Ausland zu tragen, könnt ihr auch von außerhalb Deutschlands teilnehmen
- ich übernehme natürlich keinerlei Gewähr

Sonntag, 30. Juli 2017

[Rezension] Jan Kilman - Heldenflucht

Kurzbeschreibung:
"1918 - Deutschland nach dem großen Krieg... Das Land wird von Hungersnöten geplagt, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit begibt sich die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen..."

Fazit:
"Heldenflucht" ist der erste historische Roman aus der Feder des Autoren. Da er bisher Krimis und Thriller der Gegenwart geschrieben hat, hat er das Pseudonym gewählt, um seine Leserschaft nicht zu verwirren. Ich habe mich gefragt, ob es meine Meinung zum Buch beeinflusst hat, dass ich das weiß, aber ich bin mir sicher, dass meine Wahrnehmung ansonsten ebenso gewesen wäre.

Als erstes möchte ich festhalten, dass nach dem Lesen des Buches einmal mehr deutlich wird, dass man Klappentexten nicht immer trauen darf. Zuerst einmal ist das Dorf des Geschehens nicht Agnes' Heimatdorf, sie hat in ihrer Kindheit dort oft die Ferien bei ihrem Onkel verbracht. Weniger spitzfindig ist die Feststellung, dass Agnes sich mitnichten auf die "Suche nach der Wahrheit" macht. Dies impliziert, dass wir es hier mit einer Miss Marple oder einer Agatha Raisin zu tun bekommen. Richtig ist aber, dass sich Agnes ganz gegen Ende des Buches auf den Weg zu einem Bekannten macht, weil ihr etwas Ungereimtes aufgefallen ist. Weder sucht sie nach verschwundenen Personen, noch versucht sie, die Identität von Leichen zu klären...

Aber weg vom Klappentext, hin zum eigentlich Buch: Ich ziehe meinen Hut vor der Rechercheleistung des Autors! Denn dass er viel Zeit, Sorgfalt und Mühe auf die zeitliche und inhaltliche Authentizität verwandt hat, wird im ganzen Buch deutlich.

Allerdings führt wohl auch genau dieser Wille zur Authentizität dazu, dass es ins Übertriebene abdriftet. Nicht die immer wieder eingestreuten Briefe der Kriegsteilnehmer des Dorfes, die in den einzelnen Schlachten gefallen sind - diese erzeugen eine Menge Atmosphäre. Aber dass die Handvoll Rückkehrer derart viele ausgeprägte Kriegstraumata auf sich vereint, war nicht wirklich glaubwürdig.

Der eigentlichen Handlung um Agnes, Herrmann und den anderen fehlte es mitunter an Drive. Nicht, dass es langweilig wurde, aber man hatte in weiten Teilen den Eindruck, ein wenig auf der Stelle zu treten. Die einzelnen Handlungsstränge wirkten mitunter als nebeneinander laufend, statt zusammen, mir fehlte eine gewisse Homogenität, ein Zusammenspiel.

Auf den letzten 50 Seiten kommt dann der Thrillerautor durch, es geht hoch her im beschaulichen Dörfchen, mit greifbarer Spannung und Gänsehaut.

Insgesamt kann der Autor auch im historischen Bereich bestehen, es ist allerdings noch Luft nach oben.

Jan Kilman
"Heldenflucht"
ISBN: 978-3-453-43837-8
erschienen bei Heyne

[Rezension] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels

Kurzbeschreibung:
"Vor langer Zeit in einem fernen Land: Der junge Händler Mansaar hat alles, was man sich nur wünschen kann - ein gut gehendes Geschäft, eine schöne Frau und zwei wohlgeratene Kinder. Dennoch fühlt er sich schlecht. Er kann sich nur mit Mühe auf seine Arbeit konzentrieren, verliert zunehmend die Lust am Leben, fällt seinen Liebsten zur Last und ist bald der Verzweiflung nahe. Auch die angesehensten Ärzte seiner Stadt können ihm nicht weiterhelfen. Allein der geheimnisvolle Seelenspiegel scheint Heilung zu versprechen, doch die Suche danach ist lang und beschwerlich. Mansaar begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse..."

Fazit:
Schon das Cover des Buches versetzt den Leser in die Welt aus 1001 Nacht. Dazu passen sowohl der Schreibstil als auch die Geschichte.

Und eben diese kann der Leser nutzen, wie er es möchte: Entweder einfach als wunderschön geschriebenes Märchen, in dem sich der Händler Mansaar auf den Weg nach dem Seelenspiegel macht und zu überraschenden Erkenntnissen gelangt. Oder aber als Anlass, auch über das eigene Leben nachzudenken, über die Hektik des Alltags und das Zukurzkommen des eigenen Selbst.

Aber die Entscheidung, was und wie man "Das Geheimnis des Seelenspiegels" sehen möchte, liegt allein beim Leser. Denn der Autor hält keine Vorträge mit erhobenem Zeigefinger, sondern zeigt anhand von Mansaar, was sein kann.

Der Schreibstil ist auf die märchenhafte Kulisse und die 1001 Nacht - Assoziation abgestimmt, der Lesefluss sehr gut, weil man tief in den Orient eintaucht. Man merkt in jedem Satz, dass Tom Glasauer genau weiß, worüber er schreibt, dies aber gleichzeitig so verpackt, dass keinerlei Ratgebermentalität aufkommt.

Eine Geschichte, die auch dem Leser den Spiegel vorhält, wunderbar eingängig geschrieben und zum Mitreisen einladend.

Haltet die Augen auf, in Kürze könnt ihr eine Ausgabe von "Das Geheimnis des Seelenspiegels" an dieser Stelle gewinnen!

Tom Glasauer
"Das Geheimnis des Seelenspiegels"
ISBN: 978-3-7787-7525-7
erschienen im Ansata Verlag