Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Montag, 22. Mai 2017

[Rezension] Nora Roberts - Schatten über den Weiden

Kurzbeschreibung:
"Ein Brief von ihrer totgeglaubten Mutter führt Kelsey nach Virginia. Jahrelang saß Naomi für einen ungeklärten Mord im Gefängnis. Auf dem Gestüt lernen sich die beiden Frauen langsam kennen, und Kelsey entdeckt ihre Leidenschaft für Pferde. Dabei kommt sie auch dem attraktiven Gabe Slater vom Nachbarhof näher. Doch das idyllische Landleben trügt. Als Kelsey versucht, das Geheimnis ihrer Mutter zu entschlüsseln, beginnen sich die Geschehnisse von damals auf mysteriöse Weise zu wiederholen."

Fazit:
"Schatten über den Weiden" ist ursprünglich bereits Mitte der 90er Jahre erschienen und wurde nun neu aufgelegt.
Dass man sich in der Ära vor Smartphones, Internet, etc bewegt, wird bereits am Anfang deutlich, denn wer recherchiert heute noch etwas in einem Zeitungsarchiv?

Man sollte durchaus einen Hang zu Pferden haben, denn da der Großteil der Handlung im Geschehen um Pferdezucht und Pferderennen stattfindet, sind die Vierbeiner ein allgegenwärtiges Gesprächsthema und das kann auf jemanden ohne Pferdeleidenschaft mitunter erschlagend wirken.

Die Handlung an sich ist unterhaltsam und gegen Ende auch durchaus spannend. Die Charaktere sind etwas schwarz/weiß gehalten - der Bösewicht ist schnell als solcher zu erkennen und von wem man anfangs denkt, dass er keiner Fliege etwas zuleide tun kann, der wird sich auch hinterher als Unschuld herausstellen.

Die Geschichte war für meinen Geschmack zu vorhersehbar, hat aber durchaus eine Menge Charme. Die Romane der letzten Jahre von Nora Roberts gefallen mir zwar besser, aber "Schatten über den Weiden" beschert dennoch eine gute, solide Romanunterhaltung.

Nora Roberts
"Schatten über den Weiden"
ISBN: 978-3-453-35917-8
erschienen im Diana Verlag

Samstag, 20. Mai 2017

[Rezension] Ben Aaronovitch - Der Galgen von Tyburn

Kurzbeschreibung:
"Wie man einem gesichtslosen Magier zu Leibe rückt, was die Bewohner von Londons teuerster Immobilie so treiben und wie ungünstig es sein kann, wenn man Lady Tyburn einen Gefallen schuldet - diese und noch mehr erfreuliche Erkenntnisse warten bei seinem neuen Fall auf Police Constable Peter Grant. Einen Einblick ins Leben der Reichen und Schönen von London gibt es gratis dazu. Und die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten sollte er bei all dem möglichst auch noch."

Fazit:
Peter Grant ist zurück!
Ich weiß, dass man Ben Aaronovitch's Schreibstil entweder liebt oder hasst, aber als Fan der ersten Stunde habe ich bereits sehnsüchtig auf den sechsten Band der Reihe um die magischen Polizisten Peter Grant und natürlich Nightingale gewartet!

Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte definitiv mit dem ersten Band beginnen, da alle Entwicklungen Personen, Verpflichtungen und Gottheiten betreffend, sich nach und nach in den Bänden aufbauen und ich glaube nicht, dass man ohne Vorkenntnisse der Vorgänger wirklich durchblickt und die komplette Handlung würdigen kann.

Ben Aaronovitch hat einen besonderen Schreibstil, der - neben unseren Hauptcharakteren - viel von der Faszination der Reihe ausmacht. Ihm einen leichten Hang zur Ironie zu unterstellen, wäre definitiv ein Euphemismus. Da ich persönlich genau diesen humorig formulierten Sarkasmus liebe, ist die Reihe natürlich wie für mich gemacht. Darüber hinaus ist gerade Nightingale eine extrem faszinierende Persönlichkeit und Peter hat sich in den bisherigen Bänden auch deutlich gemausert.

Nachdem wir im fünften Band außerhalb Londons unterwegs waren, sind wir nun zurück an der Wirkungsstätte des Gesichtslosen, unseres altbekannten Bösewichts.
Der Lesefluss ist hervorragend und der Verlauf der Handlung unmöglich vorherzusehen. Bei einem humorigen Schreibstil dennoch Spannung erzeugen zu können ist eine Kunst, von dessen Beherrschung uns der Autor noch immer überzeugen konnte - so auch in "Der Galgen von Tyburn".

Mir vollkommen unverständlich, wie man diese Reihe nicht lieben kann, lege ich sie jedem aufgeschlossenen Leser wärmstens ans Herz!

Ben Aaronovitch
"Der Galgen von Tyburn"
ISBN: 978-3-423-21668-5
erschienen bei dtv

[Rezension] Blake Crouch - Dark Matter - Der Zeitenläufer

Kurzbeschreibung:
""Bist du glücklich?" Das sind die letzten Worte, die Jason Dessen hört, bevor ihn ein maskierter Mann niederschlägt. Als er wieder zu sich kommt, begrüßt ihn ein Fremder mit den Worten: "Willkommen zurück, alter Freund." Denn Jason ist in der Tat zurückgekehrt - doch nicht in sein eigenens Leben, sondern in eines, das es hätte sein können. Und in diesem Leben hat er seine Frau nie geheiratet, sein Sohn wurde nie geboren. Und Jason ist kein einfacher College-Professor, sondern ein gefeierter Wissenschaftler. Doch ist diese Welt real? Oder ist es die vergangene Welt? Wer ist sein geheimnisvoller Entführer? Und vor die Wahl gestellt - was will er wirklich vom Leben: Familie oder Karriere?
Auf der Suche nach einer Antwort begibt Jason sich auf eine ebenso gefährliche wie atemberaubende Reise durch Zeit und Raum. Eine Reise, die ihn am Ende auch mit den dunklen Abgründen seiner eigenen Seele konfrontieren wird..."

Fazit:
Auch wenn Blake Crouch als Autor in den USA bereits ein Begriff ist, hatte ich bisher noch nie von ihm gehört. Da mich die Grundthematik des Buches - "Was wäre wenn? Wie wäre das Leben verlaufen, wenn man sich an einer Stelle anders entschieden hätte?" - fasziniert, habe ich mich mit Jason auf die Reise gemacht.

Dass die Filmrechte am Buch bereits verkauft sind, wundert den Leser bereits nach wenigen Seiten nicht mehr. Denn es ist durchaus augenfällig, dass Blake Crouch in einer sehr plakativen Art und Weise die Szenen im Kopf des Lesers entstehen lässt - das Buch schreit nahezu nach einer Verfilmung im Stile von Jason Bourne. Als Leser muss man diesen Schreibstil mögen oder sich zumindest daran gewöhnen.

Die Story selbst ist extrem interessant und darüber hinaus bringt Blake Crouch einiges an Action und Spannung ein. Das Konstrukt, das er im Kopf des Lesers entwickelt, dass es viele unterschiedliche Parallelexistenzen eines Selbst gibt, ist genauso erschreckend wie faszinierend, da es unendlich viele Möglichkeiten offeriert.

Der Lesefluss ist sehr gut und gerade unser Hauptprotagonist Jason Dessen sehr vielschichtig charakterisiert. Er hat seine Fehler und Schwächen, Wünsche und Sehnsüchte - er ist ein ganz normaler Mensch, der plötzlich in etwas hineingerät, was er sich nie hätte vorstellen können. "Dark Matter - Der Zeitenläufer" ist ein Kampf Gut gegen Böse - allerdings kämpft Jason für das Gute und gegen das Böse in sich selbst.

Gegen Ende wird die Handlung für meinen Geschmack etwas sehr überspitzt und irreal, ist aber dennoch eine logische Entwicklung der vorhergehenden Handlung.

"Dark Matter - Der Zeitenläufer" von Blake Crouch ist ein spannendes, mitreißendes und auch zum Nachdenken anregendes Buch, das vom Leser einiges an Vorstellungsvermögen verlangt.

Blake Crouch
"Dark Matter - Der Zeitenläufer"
ISBN: 978-3-442-20512-7
erschienen im Goldmann Verlag

Sonntag, 14. Mai 2017

[Rezension] Sandra Florean - Die Seelenspringerin - Machtspiele

Kurzbeschreibung:
"Alles hat seinen Preis auf dieser Welt.
Gewalt und unsägliche Qualen sind für Tess zum grausigen Alltag geworden. Die junge Frau verfügt über die unkontrollierbare Gabe, in die Seelen übernatürlicher Wesen zu springen, und wird dabei immer wieder Zeugin von Verbrechen.   Bei einem ihrer Seelensprünge entdeckt sie zu ihrem Entsetzen ein ihr bekanntes Gesicht. Wergepard Fin befindet sich in den Händen skrupelloser Entführer. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn sobald der Vollmond am nächtlichen Himmel steht, kann es für den jungen Mann bereits zu spät sein..."

Fazit:
"Machtspiele" ist der zweite Teil der Reihe "Die Seelenspringerin" von Sandra Florean. Tess, eine junge Frau, springt immer wieder in die Seelen fremder Personen - allerdings nur, während diese üble Verbrechen begehen.

Zum besseren Verständnis von Tess' Situation ist es hilfreich, die Reihe mit dem ersten Band "Abgründe" zu beginnen, da man dort alle wichtigen Charaktere von Beginn an kennenlernt.

Wer hätte gedacht, dass ich mich einmal über die Präsenz von Vampiren freuen würde! Denn einer der interessantesten Protagonisten, neben Tess natürlich, ist Octavian, das Oberhaupt der heimischen Vampirwelt. Dieser mit Abstand charismatischste und geheimnisvollste Charakter der Reihe, verheißt sowohl in "Machtspiele" als auch für die Zukunft eine Menge eigenwilliger Ereignisse.

Neben den Vampiren stehen in "Machtspiele" ganz klar die Gestaltwandler im Vordergrund. Nun bin ich generell kein großer Freund von paranormalen Charakteren, insbesondere von Gestaltwandlern. Daran hat sich auch nach dem Lesen nichts geändert, aber es hat meine Lesefreude auch in keinster Weise getrübt. Denn ob Vampir, Mensch oder Gestaltwandler: die Protagonisten in Sandra Floreans Fiktion sind immer vielschichtig, nachvollziehbar und einnehmend angelegt, sodass die äußere Form zur Nebensache wird.

Der Lesefluss ist gewohnt gut, sodass man natürlich viel zu schnell das Ende des aktuellen Abenteuers erreicht. Tauschen möchte man mit Tess sicher nicht, denn was sie und dadurch der Leser, in diesem Buch an Gräueln zu Gesicht bekommt, ist nichts für zarte Seelen.

Für meine Geschmack hätte ein bißchen mehr Jim vorkommen dürfen - im Gegensatz zum ersten Teil hat er hier eindeutig nur eine Nebenrolle, was ich schade finde, da ich Jim und auch die Energie zwischen Jim und Tess sehr gern habe.

Nach dem zweiten Teil ist vor dem dritten und so freue ich mich schon jetzt auf ein Wiederlesen mit Tess und ihren Gefährten.

Sandra Florean
"Die Seelenspringerin - Machtspiele"
erschienen im Drachenmond Verlag

Samstag, 6. Mai 2017

[Rezension] David Hair - Die Brücke der Gezeiten - Der Unheilige Krieg

Kurzbeschreibung:
"Der Krieg tobt um die Mauern der heiligen Stadt Shaliyah und auf dem ganzen Kontinent, aber die Truppen des Ostens schöpfen neue Kraft - und der Kampf um Urte ist noch nicht entschieden. Denn der Schlüssel zum Sieg befindet sich nicht in den Waffen der Soldaten, sondern in einem uralten Artefakt. Doch das liegt in den Händen von Ramita. Sie, die Witwe des größten Magiers aller Zeiten, trägt die Macht in sich, den Krieg zu beenden - oder die Welt zu zerreißen."

Fazit:
Ich bin bekanntermaßen kein großer Fan von High Fantasy. Abgesehen von "Das Lied von Eis und Feuer", um das wohl kaum jemand drumherum kommt, ist David Hairs Saga "Die Brücke der Gezeiten" bisher tatsächlich die einzige High Fantasy - Reihe, die mich von Anfang an gepackt hat. Entsprechend gefreut habe ich mich über das Erscheinen von "Der Unheilige Krieg", der mittlerweile sechste Band der Reihe.

Aufgrund der Komplexität von David Hairs Fantasywelt und der Verstrickungen der Hauptprotagonisten untereinander, kann ich nur jedem dazu raten, die Reihe von Beginn an zu lesen.

Wie zuvor setzt der Band direkt da an, wo der Vorgänger aufhörte und auch hier sorgen die unterschiedlichen Perspektiven dafür, dass keine Langeweile aufkommt und das Buch viel zu schnell vorüber ist. Entsprechend gut ist der Lesefluss.

Ein sechster Band setzt bei mir gewisse Erwartungen frei, gerade, wenn die vorherigen Bücher alle diesen Sog hatten, der mich direkt mit in das Geschehen nahm. Leider lässt genau dies oft im Verlauf einer Reihe nach und möglicherweise kommt auch David Hair irgendwann an diesen Punkt - allerdings definitiv nicht in diesem Band.

Die gesamte Reihe, ebenso wie dieser Band, sind spannend, mitreißend, komplex und machen definitiv süchtig - nicht nur etwas für High Fantasy - Fans!

David Hair
"Die Brücke der Gezeiten - Der Unheilige Krieg"
ISBN: 978-3-7341-6076-9
erschienen bei blanvalet

[Rezension] Rainer Löffler - Der Näher

Kurzbeschreibung:
"In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet seine Opfer nicht nur, er pflanzt ihnen auch etwas in den Körper..."

Fazit:
"Der Näher" ist der dritte Teil von Rainer Löfflers Reihe um den Fallanalytiker Martin Abel. Als Abel-Fan der ersten Stunde habe ich lange auf das Erscheinen seines nächsten Falls warten müssen - im Nachhinein bin ich aber doch froh, dass das Buch jetzt und nicht bereits vor einem Jahr erschienen ist, wo Schwangerschaft und Geburt gerade hinter mir lagen. Entsprechend kann ich allen Schwangeren nur raten, ein wenig mit dem Lesen zu warten. Auch für generell zart Besaitete ist "Der Näher", genau wie Abels vorherige Fälle, mit Sicherheit nicht die richtige Lektüre!

Obwohl es natürlich immer besser ist, Protagonisten von Anfang an kennenzulernen, sehe ich kein Problem, "Der Näher" zu lesen, zu verstehen und zu genießen, wenn man die vorherigen Bücher nicht kennt.

Der Lesefluss ist sehr gut, wodurch man sehr schnell mitten im Geschehen ist. Unser Hauptcharakter Martin Abel war noch nie der, der Wert auf die Meinung anderer über sich legte und daran hat sich auch jetzt nichts geändert. So tritt er den ersten Leuten bereits auf die Füße, als er noch gar nicht richtig angekommen ist.

Ohne zuviel über den weiteren Handlungsverlauf verraten zu wollen - einmal dem Grauen begegnet, lässt sich das Buch praktisch nicht mehr aus der Hand legen. Ich hatte recht bald einen Verdacht, hervorgerufen durch eine eigentlich belanglose Szene im Buch und ich bin davon überzeugt, dass Rainer Löffler genau dies bezweckt hatte - natürlich war alles ganz anders, als von mir gedacht und neben Spannung und Nervenkitzel ist es genau das, was ich an guten Thrillern liebe - wenn ich gutgläubig dem subtil gelegten Holzweg des Autoren folge!

Ich hätte ohne zu Zögern mit einem etwaigen Nachfolgeband direkt weitergelesen, so dieser vorhanden wäre, allein schon, weil die Entwicklung der persönlichen Umstände Abels für den nächsten Band eine Menge Grauenspielraum schaffen.

Einziger kleiner Wermutstropfen meinerseits ist, dass durch den Verlagswechsel die Optik des Buches nicht zu den Vorgängern paßt - also Jammern auf sehr hohem Niveau.

"Der Näher" ist ein Thriller, wie er sein soll: spannend, mitreißend, aus einer Fantasie des Autors entstanden, bei der man sich fragt, wie man mit so etwas in seinem Kopf noch ruhig schlafen kann - absolute Leseempfehlung!

Rainer Löffler
"Der Näher"
ISBN: 978-3-404-17454-6
erschienen in der Bastei Lübbe

Freitag, 5. Mai 2017

[Rezension] Katarzyna Bonda - Das Mädchen aus dem Norden

Klappentext:
"Als Sasza Zaluska nach mehreren Jahren im Ausland in ihre Heimatstadt Danzig zurückkehrt, plant sie ein geruhsames Leben an der Seite ihrer kleinen Tochter. Doch kaum angekommen, wird sie in einen Kriminalfall verwickelt, der ihre Pläne durchkreuzt. Ein Mord, der die Polizei vor ein Rätsel stellt. Sasza nimmt die Ermittlungen auf, und sieht sich schon bald in einem Strudel der Gewalt und Vergeltung, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint."

Fazit:
"Das Mädchen aus dem Norden" ist der erste Teil der Reihe um Sasza Zaluska. Da Sasza Profilerin ist und ich Profiling in Thrillern sehr gern mag, war ich gespannt, zumal ich bisher noch nie etwas von der polnischen Autorin gelesen hatte.

Das Buch ist keines, dass den Leser nach den ersten Seiten eingefangen hat, man muss hier schon etwas Durchhaltevermögen mitbringen. Das liegt vor allem daran, dass im ersten Drittel erzählt wird, was vor Jahrzehnten geschah. Dies ist für die Entwicklung und das Verständnis der hauptsächlichen Handlung unabdingbar, allerdings denke ich, dass es dem Lesefluss gut getan hätte, diese Hintergründe in Form von Rückblenden zwischen die einzelnen Kapitel einzufügen.

Kommen allerdings erst einmal die Gegenwart und Sasza Zaluska ins Spiel, sieht das schon anders aus. Ab da hatte mich das Buch und ich habe mit Sasza gefiebert, auch wenn ich es schön gefunden hätte, wenn etwas detaillierter aufs Profiling eingegangen worden wäre.

Die Handlung ist durchaus spannend, verlangt dem Leser auch einiges an Aufmerksamkeit ab, um die unterschiedlichen Verwicklungen nachvollziehen zu können.

Katarzyna Bonda zeichnet ein lebensechtes Bild einer Gesellschaft, geprägt von Korruption und Gewalt, die ihren eigenen Regeln folgt, oft unbemerkt oder ignoriert von der unbeteiligten Bevölkerung drum herum.

Hat man den Anfang erst einmal bewältigt, hat die Autorin uns einen spannenden, mitreißenden Thriller mit einer sympathischen Hauptprotagonistin präsentiert, die ich sehr gern im Folgeband wiederlesen möchte, zumal das Ende einiges an Spannung für die Zukunft verheißt.

Katarzyna Bonda
"Das Mädchen aus dem Norden"
ISBN: 978-3-453-27074-9
erschienen bei Heyne